DHCP

Vergabe variabler IP-Adressen durch einen Server

Jedes in einem Netzwerk erreichbare Gerät verfügt heute über eine IP-(Internet Protocol)-Adresse Ein DHCP-Server besorgt die automatische Zuteilung dieser Adresse.
Netzwerk Zusammenarbeit - Lokal und weltweit
OSI-Modell Standard-Modell für Kommunikation: Ethernet, IP, Port, Router, ..
DHCP-Einstieg Schnelle automatische Netzwerk-Konfiguration mit DHCP
DHCP-Prozess Ablauf einer typischen IP-Zuweisung an einen DHCP-Client
Sonderfälle im DHCP-Prozess
DHCP-Server Konfiguration eine Linux DHCP Servers
Werkzeug Selten verwendete Konsolen-Programme
RFC 3222 Peg-DHCP
TCP Organisation der Daten-Übertragung auf Sockets
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Start mit DHCP

Die Einstellung von IP-Adresse, Netzwerk-Maske, Gateway und Name-Server war jahrelang ein Stolperstein für IT-AnfängerInnen. Seit DHCP-Server diese Arbeit übernehmen, ist der PC-Einstieg wesentlich einfacher geworden. Wenn sich ein DHCP-Server um ihr Netzwerk kümmert, dann entfällt diese Arbeit komplett.
Das ist in allen professionellen Netzwerken der Fall, ebenso beim Internet-Anschluss der meisten Provider.

Quick & Clean

Die meisten modernen Betriebssysteme konfigurieren eine Netzwerk-Schnittstelle automatisch als DHCP Client und bieten damit diesen Komfort:
PC an das Netzwerk anschließen, einschalten, Installations-CD / DVD einlegen, starten. - Die gesamte Netzwerk-Konfiguration wird (soweit möglich) automatisch erledigt.

Sie müssen nur dann eingreifen, wenn das Programm individuelle Daten (z.B. Name, Passwort) zur Anmeldung benötigt.
Im Idealfall stehen nach Installation alle Resourcen des lokalen Netzwerks inkl. Internet-Zugang zur Verfügung.

Interface-Eigenschaften

Wenn die automatische Einstellung aus irgendeinem Grund nicht (komplett) funktioniert hat, dann kontrollieren sie die Einstellung ihrer Netzwerk-Interface.
Linux
Jede Linux-Distribution bietet dazu ein komfortables Programm. Auf SuSE-Linux verwenden sie YAST | Netzwerkgeräte | Netzwerk-Karte
Markieren sie eines der angezeigten Netzwerk-(Ethernet)-Interface und klicken sie Edit. Wählen sie Automatic Address Setup (DHCP) und nicht die manuelle Einstellung Static Address Setup.

Windows
Wählen sie Systemsteuerung | Netzwerkverbindungen.
Rechts-klicken sie eines der unter LAN angezeigten Netzwerk-(Ethernet)-Interface und wählen sie Eigenschaften | Allgemein | Internetprotokoll (TCP/IP) | Eigenschaften | Allgemein .
Wählen sie IP-Adresse automatisch beziehen und nicht die manuelle Einstellung Folgende IP-Adresse verwenden.
Alle gängigen DHCP-Server besorgen auch die Einstellung des Name-Servers, daher wählen sie auch DNS-Server-Adresse automatisch beziehen.
Nach einer Änderung der Einstellung müssen sie manchmal einen System - Neustart ausführen. Danach sollte der Zugang in das lokale Netzwerk und ins Internet funktionieren. Wenn das nicht funktioniert, dann benötigen sie professionelle Hilfe oder sie versuchen selbst, den Netzwerk-Zugang mit Hilfe von Werkzeugen oder einer manuellen IP-Konfiguration.

Alternative

Je nach System und Version kann zusätzlich eine alternative manuelle Adresse konfiguriert werden.
Das dient als Reserve bei Ausfall des DHCP-Servers, hat jedoch meist nur begrenzten Nutzen.

In größeren Netzwerken herrscht ohne geregelte IP-Adressen bald das Chaos.
In kleinen LANs sind meist alle Server-Dienste auf einem einzigen PC installiert, bei dessen Ausfall auch eine funktionsfähige IP-Adresse keinen Nutzen hat.

Wie funktioniert ein DHCP-Client

Voraussetzung:

Ein DHCP-Server ist im Netzwerk erreichbar.
Software muss nicht installiert werden - Jedes gängige Betriebssystem enthält DHCP-Client Software.

Das bedeutet im lokalen Netzwerk (LAN): Ein DHCP-Server muss laufen, das Netzwerk muss technisch funktionieren.
Wenn die übrigen PC dieses LAN korrekt laufen, dann sind die Voraussetzungen normalerweise erfüllt.
Das bedeutet bei Internet-Zugang: Ihr Provider muss einen DHCP-Server anbieten, die technische Verbindung zum Provider muss eingeschaltet sein und funktionieren.
Manche Provider verwenden zwangsweise DHCP. In manchen Fällen können sie zwischen DHCP und einer fixen IP-Adresse wählen.
Die DHCP-Variante bietet mehr Sicherheit.
Eine fixe Adresse benötigen sie nur dann, wenn ihr privater Webservers auch aus dem Internet erreichbar sein soll. Davon wird aus Sicherheits-Gründen abgeraten, außerdem untersagen das meist die Nutzungs-Bedingungen.
Der gesamte hier demonstrierte Vorgang läuft auf jedem (für DHCP eingestellten) PC als Teil des Start-Vorgangs (Boot Process) ab.
Der Vorgang ist ein interessantes Beispiel für den Aufbau einer Kommunikation mit unbekannten Partnern.

UDP

Alle DHCP-Anweisungenen verwenden das 'verbindungslose' Protokoll → UDP. Damit lassen sich Nachrichten auch probeweise an Partner senden, von denen nicht genau bekannt ist, ob sie im Netzwerk erreichbar sind.
Nur in seltenen speziellen Fällen wird die Adress-Vergabe per DHCP während des laufenden Betriebs wiederholt - Der PC erhält in diesem Fall eine neue IP-Adresse, die laufenden Verbindungen werden meistens unterbrochen.

DHCPDISCOVER

Beim Start hat ein Netzwerk-Interface keine IP-Adresse. Sie wird erst durch Software vergeben.
Dazu wird vom PC eine DHCPDISCOVER - Nachricht zum Suchen (Discover - Entdecken) von DHCP-Servern abgesendet. Da man die übrigen LAN-Teilnehmer noch nicht kennt, wird diese → UDP-Nachricht 'an alle' gesendet.
Dazu dient die als → Limited Broadcast reservierte IP-Adresse mit Port 67:
255.255.255.255:67
Der DHCP-Server horcht (listen) auf Port 67.
Als Absender wird die ebenfalls reservierte IP-Adresse
0.0.0.0
verwendet.

Der Broadcast wird auch dann verwendet, wenn ein Client versucht, nach Neustart wieder die 'alte' IP-Adresse zu erhalten. Damit wird garantiert, dass die Entdeckung des DHCP-Servers auch dann funktioniert, wenn dieser auf eine andere IP-Adresse übersiedelt ist.

Im Text der Anforderung kann auch die bisher verwendete IP-Adresse enthalten sein - Normalerweise wünscht der Client-PC, diese Adresse wieder zu erhalten.

Der Broadcast wird von allen Geräten im LAN empfangen, jedoch von keinem Router weitergeleitet. Kein Gerät bzw. keine andere Software als der DHCP-Server reagiert darauf, da Port 67 für DHCP-Server reserviert ist.

In größeren Netzwerken sind mehrere DHCP-Server möglich.
Jeder einzelne davon reagiert auf DHCPDISCOVER

DHCPOFFER

Der DHCP-Server antwortet mit einem Angebot (Offer) auf dem dafür reservierten → Port 68.
Die → UDP-Nachricht enthält u.a. die eindeutige → MAC-Adresse des Clients, eine für diesen Client provorisch reservierte IP-Adresse, und weitere Daten zur Netzwerk-Konfiguration.
Die Nachricht ist an die angebotene → IP-Adresse adressiert.

Da mehrere DHCP-Server antworten können, hat der Client evtl. die Auswahl unter mehreren Angeboten.
Im DHCP-Angebot sind alle nutzbaren Daten enthalten, inklusive einer garantierten Nutzungs-Zeit (Lease Time).
Während der (kurzen) Dauer der Reservierung wird diese IP-Adresse keinem anderen anfragenden PC angeboten.
Der Client hat noch keine → IP-Adresse und nimmt in diesem Zustand jede Nachricht auf → Port 68 entgegen.

DHCPREQUEST

Der Client nimmt ein Angebot eines DHCP-Servers an - im Normalfall das erste eintreffende Angebot.
Danach muss er die Bestätigung des Servers abwarten.
Alle DHCP-Server erhalten diese Nachricht. Nur der angesprochene Server reagiert, alle anderen stornieren ihre Angebote.

Wenn kein DHCP-Angebot eintrifft, dann sendet der Client periodisch weitere DHCPDISCOVER-Anfragen.
Wenn innerhalb von ca. 1 Minute kein DHCPOFFER eintrifft, dann wird die DHCP-Möglichkeit verworfen und allfällig eingestellte Alternativen verwendet.

DHCPACK

Der DHCP-Server bestätigt (Acknowledge) die Annahme seines Angebots. Als Ziel-Adresse wird nun die angebotene → IP-Adresse verwendet, als Ziel-→ Port 68.

Die vorgeschlagene → IP-Adresse wird am Server für den betreffenden Client reserviert - Bis zum Ablauf seiner Lease Time.

ARP-Request

Nun hat der Client die Erlaubnis zur Verwendung der angebotenen → IP-Adresse. Diese ist normalerweise unbesetzt.
Zur Sicherheit versucht der Client jedoch, Nachricht auf eine eine ARP-(Address Resolution Protocol)-Anfrage an genau diese IP-Adresse zu erhalten.
Die ARP-Anfrage ist nicht Teil des DHCP-Protokolls, aber eine nützliche Ergänzung.

Normalerweise antwortet niemand auf diese Anfrage.
Wenn eine Antwort eintrifft, dann ist der DHCP-Server falsch eingestellt, oder auf einem Gerät wurde manuell eine nicht genehmigte Adresse eingestellt. In diesem Fall sendet der Client an den Server eine DHCPDECLINE Ablehnung. Danach kann er eine neue Anforderung stellen.
Nach Empfang der Bestätigung darf der Client die zugewiesene IP-Adresse verwenden.
Im Angebot des DHCP-Servers sind meist mehrere Daten enthalten, die der Client zur Konfiguration verwendet, z.B.:
IP-Adresse und Netzwerk-(Subnetz)-Maske
Gateway (Adresse des Routers / Proxy für den Internet-Zugang)
Domain-Name und Domain Name Server DNS
Zeit-(NTP)-Server
Mail-(SMTP + POP)-Server
Der Client darf die erhaltene IP-Adresse nicht unbegrenzt lange verwenden:
Jedes DHCP-Angebot hat eine Gebrauchs-Zeit (Lease Time). Nach deren Ablauf muss der Client erneut eine DHCP-Anfrage starten.

Die aktuellen Daten ihres PC erfahren sie mit dem Konsolen-Programm (Linux, Windows)
# ifconfig
C:\> ipconfig /all

Sonderfälle

Neben dem Standard-Ablauf einer DHCP-Anfrage sind einige seltener auftretende Sonderfälle möglich:

DHCPNAK

Der DHCP-Server lehnt die DHCPREQUEST-Anforderung eines Client ab. Das kommt selten vor und ist für (erkannte) Missverständnisse reserviert.

DHCPDECLINE

Der Client lehnt das DHCPOFFER-Angebot eines Servers ab, z.B. wenn diese Adresse bereits illegal verwendet wird (↑ ARP-Request).
Der DCHP-Server markiert diese IP-Adresse als nicht verwendbar und bietet sie nachfolgend nicht mehr an.

DHCPRELEASE

Der Client gibt die für ihn reservierte IP-Adresse frei, z.B. weil die Netzwerk-Verbindung getrennt wird. Je nach Betriebssystem und Version können Client-PC so konfiguriert werden, dass sie beim Herunterfahren (Shutdown) ihre IP-Adresse freigeben.

DHCPINFORM

Der Client benötigt keine IP-Adresse, möchte jedoch alle anderen Netzwerk-Daten vom DHCP-Server erfahren. Eine deratige Anfrage kann z.B. von einem Client mit fix eingestellter IP-Adresse oder von einem Browser-Programm des Client-PC kommen, welches auf automatische Netzwerk-Konfiguration eingestellt ist.

Lease-Verlängerung

Für die Verlängerung eines bereits genutzten Angebots kann ein einfacheres Protokoll verwendet werden:
Der Client sendet einen DHCPREQUEST, diesmal jedoch mit den mittlerweile bekannten IP-Adressen von Absender und Ziel = DHCP-Server (Unicast).
Der Server sendet normalerweise eine DHCPACK Betsätigung. Sie enthält die gleichen Daten, jedoch eine neue Nutzungszeit (Lease Time).

Die Verlängerung wird normalerweise nach Ablauf von 50% der Lease Time versucht. Wenn das nicht klappt, versucht es der Client wiederholt in kürzeren Abständen.
Wenn bis Ablauf der Lease Time keine Zusage eintrifft, dann muss der Client so wie beim Hochfahren (Boot) eine neue IP-Adresse beantragen.

IPv6

Mit Einführung von Internet Protocol Version 6 (→ IPv6) wird DHCP überflüssig. Die Einführung dieser neuen Version ist bereits im Gange, → IPv4 und damit auch DHCP wird aber voraussichtlich noch mehrere Jahre weiter verwendet.
Jeder PC kann aus der Hardware→(MAC)-Adresse seines Netzwerk-Interface selbst eine gültige IPv6-Adresse berechnen.

Dennoch ist eine Version DHCPv6 geplant. Sie sollte einige jener Funktionen übernehmen, die DHCPv4 zusätzlich zur Vergabe der IP-Adresse anbietet.
DHCPv6 verwendet die Ports 546 und 547 zur Kommunikation.

Mehrere DHCP-Server

In größeren Netzwerken werden manchmal mehrere DHCP-Server angeboten. Das garantiert eine sichere Adressen-Verwaltung auch bei Ausfall eines Servers. Jeder DHCP-Server vergibt einen anderen Bereich von IP-Adressen. Bei 2 Servern ist daher nur die Hälfte der Adressen nutzbar.

DHCP für mehrere Sub-Netze

Normale Router leiten keine Broadcast-Nachrichten weiter. Es ist trotzdem möglich, mit einem DHCP-Server mehrere Sub-Netzwerke über Router-Grenzen hinweg zu versorgen. Die dafür notwendigen Maßnahmen sind relativ komplex und kommen nur für größere Netzwerke in Frage.

DHCP-Server

Jede professionelle Linux-Distribution enthält einen DHCP-Server. (Ausgenommen sind reine AnwenderInnen-Distributionen)

Der DCHP-Server kann wie die meisten anderen Dienste für alle PC im lokalen Netzwerk verwendet werden, unabhängig von deren Betriebssystem und Version.
Ein Linux DHCP-Server ist auch für ungeübte AdministratorInnen leicht zu konfigurieren, da nur wenige Daten eingestellt werden müssen.

Der DHCP-Server wird am besten (wie alle anderen Server) nicht abgeschaltet. Wenn er abgeschaltet ist, dann muss er vor allen anderen PC hochfahren und wird erst als letzter abgeschaltet.

Planung

Vor Beginn der Arbeit sollten sie die Adressen-Aufteilung in ihrem lokalen Netzwerk planen. Dieses Beispiel geht von der Annahme aus, dass sie ein privates Netzwerk der Klasse C verwenden, z.B.
Basis-Adresse = 192.168.123.0
Maske = 255.255.255.0
oder besser in → CIDR-Syntax:
192.168.123.0/24
Das bedeutet:
Alle IP-Adressen in ihrem LAN lauten auf 192.168.123.* und alle Masken auf 255.255.255.* und sie unterscheiden sich jeweils nur in der letzten IP-Stelle.

Die letzte Adresse 192.168.123.255 ist für den → Broadcast reserviert.

Gemeinsam genutzte Geräte erhalten fix eingestellte IP-Adressen, z.B. Server, Router (Proxy-Server), Netzwerk-Drucker usw.
Dafür reservieren sie z.B. die Adressen 192.168.123.0 bis 192.168.123.127
Kontrollieren sie die IP-Adressen dieser Geräte !

Für alle anderen Geräte (Arbeits-PC) bleibt der Bereich 192.168.123.128 bis 192.168.123.254

Diese Wahl ist nicht zufällig:
Dieser Bereich bezeichnet sie alle fix adressierten Geräte (Server):
192.168.0.0/255.255.255.128
oder besser in CIDR-Syntax:
192.168.123.0/25

Dieser Bereich bezeichnet alle mit DHCP variabel adressierten Arbeits-PC:
192.168.0.128/255.255.255.128
oder besser in CIDR-Syntax:
192.168.123.128/25

So können sie die Zugriffs-Rechte verschiedener Einrichtungen nach Bedarf für jede der beiden Gruppen oder für das gesamte LAN einstellen.

Details zu IPv4-Adressen und zur Definition von Bereichen mit Adresse / Maske

Konfiguration des DHCP-Servers (Linux)

Sie müssen sich als Super-User root anmelden.

Auf SuSE-Linux starten sie das allgemeine Konfigurations-Programm YAST mit Netzwerkdienste | DHCP-Server
Auf jedem Linux-System können sie die DHCP-Server Konfigurations-Datei lesen oder mit einem Text-Editor ändern:
/etc/dhcpd.conf
Einstellung von 'Start': Bei Systemstart ist sinnvoll,
Manuell nur für einen Test.
Karten-Auswahl: Markieren sie jenes (Ethernet)-Interface, welches der DHCP-Server zur Kommunikation verwenden soll.
Globale Einstellungen:
Hier werden einige Daten eingegeben, die vom DHCP-Server selbst nicht verwendet werden, sondern zur Weitergabe an die angemeldeten PC dienen:
Verwenden sie nur die IP-Adressen, keine Namen !
Wenn sie unsicher sind, welche Daten zu verwenden sind, finden sie alle in der bisherigen Netzwerk-Konfiguration jedes manuell konfigurierten PC in ihrem Netzwerk.

Domain-Name - Nur wenn sie eine Domain verwenden und über einen Domain Controller (z.B. Samba - in jeder Linux Distribution) verfügen.

Name-Server: ( → DNS) IP-Adressen von einem oder mehreren Name-Servern (meist bei ihrem Provider, außerhalb des LAN).

Standard-Gateway (→ Router): IP-Adresse jenes PC (Proxy-Server), welcher mit dem Internet verbindet.

NTP-Zeitserver: Jede Linux-Distribution enthält → NTP (Network Time Protocol) Server + Client, die sie zur Synchronisation aller PC in ihrem LAN benutzen sollten.

Druckserver: Jeder Linux-Distribution enthält einen (CUPS)-Druckserver, den sie für alle PC ihres Netzwerks verwenden können. (Paket → Samba), Alternativ auch die Adresse eines Netzwerk-Druckers.
Standard Leasing Zeit: Garantierte Nutzungs-Dauer einer mit DHCP vergebenen IP-Adresse. Typische Werte 3-6 Stunden. Wählen sie die Zeit nicht zu groß - Die vergebenen IP-Adressen sollten für einen abgeschalteten PC ablaufen (z.B. zwischen 18:00 - 06:00 = 12 Stunden).
Dynamisches DHCP
Hier erfolgen die eigentlichen DHCP-Einstellungen:
Stellen sie erste und letzte IP-Adresse ein, in diesem Beispiel z.B. 192.168.123.128 bis 192.168.123.254

Standard Leasing Zeit: 3-6 Stunden (Absatz oben)
Maximale Leasing-Zeit: 1-2 Tage. Nach Ablauf dieser Zeit ist keine Verlängerung möglich, der Client muss eine neue IP-Adresse beantragen.
Normalerweise wird der DHCP-Server mit Abschluss der Konfiguration bereits gestartet.
Die Start-Einstellung kontrollieren sie z.B. mit
Ändern sie anschließend die Netzwerk-Konfiguration eines beliebigen PC und aktivieren sie DHCP.
Kontrollieren sie die vergebene IP-Adresse mit dem Konsolen-Programm ifconfig / ipconfig
Führen sie einen Neustart aus, falls noch keine DHCP-Adresse angezeigt wird.
Kontrollieren sie nach Neustart:
Wenn die DHCP-Adresse korrekt vergeben wurde, dann können auch alle anderen PC auf DHCP umgestellt werden.
Wenn ein neuer PC in das Netzwerk integriert wird, dann findet jedes moderne Betriebssystem selbst die richtige Einstellung.
Sie können die DHCP-Konfiguration zu jedem späteren Zeitpunkt ändern.
Ihre Einstellungen werden nach guter Linux-Tradition in dieser einfachen Text-Datei gespeichert:
/etc/dhcpd.conf
Wenn sie ausreichend Erfahrung haben, dann können sie diese Datei ohne Konfigurations-Programm direkt ändern.
An der Shell-Konsole können sie das Standard-Script zur Bedienung des DHCP-Servers benutzen:
# /etc/init.d/dchpd status
# /etc/init.d/dchpd start
# /etc/init.d/dchpd stop
# /etc/init.d/dchpd restart
Je größer ein lokales Netzwerk (LAN), desto größer die Vorteile von DHCP:

Sie brauchen sich nicht um die Netzwerk-Konfiguration der PC zu kümmern. Das freut die AnwenderInnen und entlastet AdministratorInnen von der ständig gleichen und doch immer falsch eingetippten Auskunft.
Sie können Änderungen an der Konfiguration einmalig am Server ausführen und ersparen sich die Ochsentour zur Konfiguration jedes einzelnen PC.
Es ist sinnvoll, DHCP auch in kleinen Netzwerken (Familien, Arbeitsgruppen) einzusetzen. Ein DHCP-Server ist kostenlos in jeder professionellen Linux-Distribution enthalten - Übliche Linux-Magazine um 10-20€ enthalten meist eine oder mehrere komplette Linux-Distributionen ...

DHCP-Werkzeug

Für DHCP-Server oder Client werden nur selten Werkzeuge (Konsolen-Programme) eingesetzt.
Wer einen eigenen DHCP-Server betreibt, kann die umfangreichen Optionen nutzen.
Beispiele:
Zusatz-Information: Der DHCP-Server stellt zusätzlich Daten zur Netzwerk-Umgebung zur Verfügung, z.B. die Adressen von Router / Proxy-Server, Domain Name Server (DNS), Mail-Server (POP, SMTP), Zeitserver, etc.
Spezifische Konfiguration: Verhalten und Zusatz-Informationen des DHCP-Servers können für definierte Gruppen des Netzwerks oder für einzelne PC individuell konfiguriert werden. Die Konfiguration erlaubt sogar bedingte Verzweigungen.
DHCP-Server verlangen nur wenige Angaben zur Konfiguration, und diese ändern sich nur selten. Sie arbeiten extrem stabil und geben nur selten Anlass für technische Interventionen.
Tipp: DHCP Konfigurations-Datei kommentieren ! (Kommentar-Zeilen beginnen mit einem # Zeichen)

DHCP-Clients arbeiten normalerweise unauffällig und sehr zuverlässig. Sie geben nur sehr selten Anlass zur Intervention.

Linux

# man dhcpd
# man dhcpd.conf
# man dhcp-options
# man dhclient
# man dhcpd.leases
Hilfe zur Bedienung und Konfiguration von DHCP-Server und -Client
# man dhcping
# man dhcpdump
Hilfe zur Kontrolle eines laufenden DHCP-Servers

# ifrenew eth0
Versucht, eine Verlängerung der Lease Time für die bestehende IP-Adresse zu erhalten. Die Namen der Netzwerk-(Ethernet)-Interface (eth0, eth1, ..) erfahren sie mit
# ifconfig

Datei-Pfade:
/etc/dhcpd.conf
/var/run/dhcpd.pid
/var/lib/dhcp/var/run/dhcpd.pid
/var/lib/dhcp/dhcpd.leases
/var/lib/dhcp/db/dhcpd.leases
(Konfiguration, Prozess-Nummer / 2 Versionen, Aktuell vergebene DHCP-Leases / 2 Versionen)

Windows

C:\> ipconfig /renew
Versucht, eine Verlängerung der Lease Time für die bestehende IP-Adresse zu erhalten.

C:\> ipconfig /release
C:\> ipconfig /renew
Gibt die aktuelle IP-Adresse frei und ersucht dann um eine neue IP-Adresse. Das renew dauert in diesem Fall wesentlich länger !

Peg-DHCP

Diese DHCP-Variante besticht durch ihre einfache und robuste Technologie.
Auf der Veranstaltung 'Hacking in Progress' wurde der Standard RFC 2322 (Management of IP numbers by peg-DHCP) entwickelt.

Man schreibt IP-Adressen mit Filzstift auf Kleiderhaken oder Wäscheklammern und klemmt sie an das zugehörige Kabel.
Eine höchst effiziente Methode, wie sie leicht ausprobieren können.

Tipp: Auch wenn sie lieber das klassische DHCP verwenden, dann sollten sie trotzdem alle längeren und fix verlegten Kabel eindeutig beschriften...
Wäscheklammern - Quelle:Wikipedia


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