IPv4-Pakete

Daten-Pakete nach Internet Protocol Version 4

Das Internet Protocol Version 4 IPv4 domoniert die heutige Netzwerk- und Internet-Technik.
Diese Seite demonstriert einige Aspekte von IPv4.
Allerdings ist wegen der begrenzten Kapazität von IPv4 heute bereits der Umstieg auf die Nachfolge-Technologie IPv6 im Gange.
Netzwerk Zusammenarbeit - Lokal und weltweit
Internet Protocol IPv4, IPv6, Port, Private Netzwerke, Router
IP & OSI-Modell Die Position von IP in der Vermittlungs-Schicht des OSI-Modells.
IP-Header Aufbau eines IPv4 Header Blocks
Verwandte Themen Aufbau eines TCP Header Blocks, eines Ethernet-Frames

IP im OSI-Modell

Daten senden

Wenn Daten im → OSI-Modell an eine untere Schicht übergeben werden, dann werden sie zum Transport 'verpackt'.

Analog wird eine Post-Sendung, z.B in Packpapier verpackt, mit Ziel-Adresse und Absender versehen und mit einer Schnur verschnürt.
Ausschnitt aus dem OSI-Modell:
Schicht (Layer)Objekte Beispiel, betrifft..
Schicht 5..7 → Details zum OSI-Modell
4Transport
(Transport)
Segmente TCP, UDP, Port
3Vermittlung
(Network)
Pakete IPv4, IPv6, ICMP, ...
2Sicherung
(Data Link)
Rahmen
(Frames)
Ethernet (MAC-Adressen),
PPP (Modem), ...
1Physikalische Übertragung
(Physical)
Bits Ethernet-Kabel (10BaseT, 100BaseT), ...

Daten empfangen

Wenn Daten im → OSI-Modell an eine höhere Schicht übergeben werden, dann werden sie dabei 'ausgepackt'.

Analog wird ein angekommenes Post-Paket aufgeschnürt und das Packpapier entfernt, um an den Inhalt zu gelangen.

IP-Header

IP verpackt die Daten der darüber liegenden Schicht durch Voranstellen eines IP-Headers von typisch 20 Byte Länge.
Der Header enthält die IP-Adressen von Absender und Empfänger, sowie einige Verwaltungs-Daten.

Ethernet
Wenn als nächste (unterhalb arbeitende) Schicht → Ethernet verwendet wird, dann ist dessen Paket-Länge mit max. 1500 Daten-Byte begrenzt.
IP kann in diesem Fall nur max. 1480 Byte Daten pro Paket transportieren, da für den eigenen IP-Header 20 Byte benötigt werden.

Optionen
Spezielle Optionen (kaum verwendet) erfordern einen längeren IP-Header (max. 60 Byte).

IP-Fragmentierung:
Wenn ein Medium nur sehr kleine Daten-Pakete transportieren kann, dann können IP-Pakete fragmentiert und in winzigen Portionen versendet werden. Dafür ist allerdings ein erheblicher Verwaltungs-Aufwand (zusätzliches Transport-Volumen) erforderlich. (Bytes 2 und 3 des IP-Headers).
IP-Fragmentierung wird in der Praxis nur selten benötigt.
IP ist nicht an eine Verbindung gebunden:
Ein IP-Paket kann an eine ungeprüfte Adresse versendet werden: Es muss nicht bekannt sein, ob diese Adresse existiert und erreichbar ist. Es bedarf keiner vorherigen Kontakt-Aufnahme mit dem Empfänger.
IP erhält keine Information über den Erfolg eines Daten-Transports.
IP erhält keine Information über den Weg (Route) von Paketen durch das Internet.
Beispiel Brief:
Ein analoges Beispiel ist ein Brief der 'gelben Post':
Man kann ihn absenden, ohne dass gesichert ist, ob die Ziel-Adresse überhaupt existiert.
Ohne besondere Maßnahme erfährt man nicht, ob der Brief angekommen ist, oder unterwegs verloren ging.
Auch über den Transport-Weg erhält man keine Information.

Alle hier angeführten zusätzlichen Informationen können jedoch von einer höheren OSI-Schicht verwaltet werden, z.B. von → TCP oder → UDP

IP Header

Typischer Header-Block eines IPv4 Daten-Pakets:
WortBitBitsNameKommentar
00..34 Version IP-Version (4 oder 6)
4..74IHL IP Header Length in Vielfachen von 32 Bit, meist=5 (5*32=160 Bit = 20 Byte)
8..158TOS Type of Service
10..1516Total Length Länge (Daten + IP-Header) in Byte (für Ethernet 20..1480, für andere Medien max. 65535)
20..1516Identification Kennzeichnung fragmentierter IP-Pakete
30..23Flags Kennzeichen für fragmentierte IP-Pakete
3..1513Fragment Offset Position eines IP-Fragments
40..78 Time to Live Lebensdauer eines IP-Pakets als Hop-Count 255 → 0
8..158 Protocol Protokoll-Nummer (des übergeordneten Protokolls)
50..1516 Header Checksum Prüfsumme nur ! für den IP-Header. Wird von jedem Router kontrolliert und neu berechnet.
60..3132 Source Address IPv4 Absender Adresse (beginnend mit MSB)
7
80..3132 Destination Address IPv4 Ziel-Adresse
9
10..19  Options + Padding max. 40 Byte Optionen oder Füllung (Padding) mit 0-Bits.
Es folgen die Nutz-Daten (aus IP-Sicht). Sie bestehen typisch aus dem TCP-Header oder UDP-Header (Ports von Sender und Empfänger), welcher von der übergeordneten Schicht erzeugt wurde, und den Nutz-Daten. Das IP-Paket (Daten + IP-Header) wird von der darunter liegenden Schicht des OSI-Modells weiter verpackt. → Ethernet stellt zusätzlich den Ethernet-Header voran, welcher die → MAC-Adressen von Sender und Empfänger enthält.

IP-Version:

Der Header der Nachfolge-Version → IPv6 enthält in diesem Feld ebenfalls die IP-Version. Nach dem Lesen der ersten 4 Bit des IP-Headers kann daher jede Empfangs-Software entscheiden, ob IPv4 oder IPv6 vorliegt.

TOS

Type of Service nach IETF-Standard RFC 3168.

Fragmentierung

Bytes 2..3 enthalten die Verwaltungs-Daten zum Zusammenfügen fragmentierter IP-Pakete. Diese Möglichkeit wird selten verwendet und wurde daher bei IPv6 abgeschafft.

Time to Live

Lebensdauer eines IP-Pakets als Zähler (Hop-Count). Wird bei Erzeugung auf eine Zahl 1..255 gesetzt und von jedem durchlaufenen Router (Hop) um 1 vermindert. Das IP-Paket wird bei Time-to-Live=0 gelöscht. So verhindert man endloses Weitersenden unzustellbarer Daten.

Protokoll

Das Protokoll der nächst höheren OSI Schicht als Zahlen-Code 0..255.
Damit wird angegeben, an welche Software die Daten zur weiteren Verarbeitung übergeben werden.
Die IANA verwaltet diese Codes; derzeit sind ca. 150 definiert.
Auswahl wichtiger Protokoll-Codes (dezimal, ohne Gewähr):
CodeProtokoll
1ICMP Internet Control Message Protocol
6TCP Transmission Control Protocol
17UDP User Datagram Protocol
58ICMP6ICMP für IP Version 6
63LANLokales Netzwerk
136UDPLite UDP Variante

Header Checksum

Diese Prüf-Summe wird von jedem Absender und Empfänger neu berechnet, und zwar auch von jedem Router, der das Paket weiterleitet.
Der Absender trägt die Prüfsumme in Byte 5 ein.
Der Empfänger leitet nur solche Pakete weiter, deren selbst berechnete Prüfsumme mit Byte 5 übereinstimmt. Dann berechnet er wegen des verringerten Hop-Counts eine neue Prüfsumme, trägt sie ein, usw.
Details zum Aufbau eines Ethernet Daten-Pakets Details zum TCP-Header, UDP-Header