Betriebssystem
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Software-Fundament eines PC |
| Knoppix | Kompakt-Information |
| Planung | Vorbereitung der Reparatur |
| Checklist 1 | Arbeiten am defekten PC |
| Checklist 2 | Arbeiten am Rettungs-PC |
| Wieder-Aufbau | |
| Vorsorge | Man lernt meist nur aus Fehlern |
| Links |
Ausgewählte
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Knoppix |
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DefinitionKnoppix ist eine komplett von CD oder DVD lauffähige Zusammenstellung von GNU/Linux Software mit automatischer Hardware-Erkennung und Unterstützung für viele Grafikkarten, Soundkarten, SCSI- und USB-Geräte und sonstige Peripherie. |
Knoppix kann als Linux-System für private PC, Schulung, Daten-Rettung oder als Plattform für Produktdemos angepasst und eingesetzt werden. Es ist keine Installation auf Festplatte notwendig. Auf einer CD können durch Kompression bis zu 2 Gigabyte an lauffähiger Software installiert sein (auf der DVD "Maxi" Edition über 9 Gigabyte). |
Daten-RettungKnoppix ist ein genial konfiguriertes Linux-Komplett-System auf CD, mit dem man auch von völlig korrupten Festplatten meist noch (fast?) alle Daten retten kann. |
Das zerstörte Original-Betriebssystem spielt dabei keine Rolle: Knoppix erkennt und liest Datrenträger aller gängigen Betriebssysteme, insbesondere Linux und Windows. |
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Knoppix kommt immer dann zum Einsatz, wenn alle Versuche, die Festplatte mit der
Original-CD, mit Sicherheits-Disketten oder mit sonstigem Werkzeug noch wenigstens
(kurz) zu lesen gescheitert waren. Einzig nach erfolgter LowLevel-Formatierung einer Platte ist auch mit Knoppix nichts mehr zu lesen. |
Da Knoppix komplett von der CD läuft und alle Datenträger nur lesen kann,
muss der defekte PC in einem lokalen Netzwerk (LAN) hängen. Über das Netz
werden die geretteten Daten auf eine gesunde Platte kopiert. Danach kann man die defekte Platte formatieren und meistens noch lange weiter verwenden. Neuere Knoppix-Versionen erlauben auch das Schreiben auf Festplatten. Das ist auf unbekannten und defekten Festplatten nicht empfehlenswert. Meist hilft danach nur noch Formatieren ... |
Kostenfrei !Knoppix gibt es in zahllosen Varianten. Die populärste ist natürlich die kostenfreie CD bzw. DVD-Version, die man von zahlreichen Stellen im Internet laden kann.• Eine Knoppix-CD/DVD gibts auch immer wieder als Beilage zu PC-Zeitschriften. |
Das Stichwort 'Knoppix' bringt es bei Google immerhin auf >12 Mio Treffer ! Der Erfinder: Dipl.Ing. Klaus Knopper aus Schmalenberg (D). |
Checklist am defekten PC |
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Start - Situation: ● Ein PC mit defektem Betriebssystem und ungesicherten Daten. Die Hardware ist intakt. ● Freier Speicherplatz auf einem anderen gesunden PC im lokalen Netzwerk (LAN). |
● Starten sie das defekte System niemals wieder, bevor nicht alle Daten nachweislich (!) gesichert sind. ● Starten sie evtl. von CD/DVD, wählen sie jedoch niemals die Option 'Reparatur', wenn die Daten noch nicht sicher sind. |
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Knoppix-CD einlegen, PC starten. ● Wenn Knoppix nicht startet, nochmals Neustart auslösen, meist funktioniert es zumindest im zweiten Anlauf. |
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Bei Problemen: BIOS öffnen, Start-Reihenfolge ändern, z.B.: CD - Floppy - Festplatte oder CD - USB - Festplatte(n) ● Bei defekten Vista-PC starten ältere Knoppix-Versionen nicht immer. In diesem Fall: Nerven bewahren, neues Knoppix besorgen ! |
Netzwerk-(LAN)-Anschluss:● Beim Anstecken des Netzwerk-Kabels kontrollieren: Die meisten Ethernet-Karten haben eine kleine LED zur Anzeige: Sie sollte nach dem Anstecken leuchten, meist grün. |
Die meisten Hubs haben ebenfalls Leuchtdioden zur Anzeige der Verbindung: ● Sie muss für beide PC funktionieren. Defekt-PC evtl. nach dem LAN-Anstecken neu starten. ● Bei Problemen ein anderes Netzwerk-Kabel versuchen. |
LAN-Verbindungeinrichten: (je nach Knoppix-Version kleine Unterschiede).oder . ● Stellen sie die IP-Adresse des Patienten passend zu ihrem Netzwerk ein: Manuell hat sich besser bewährt als DHCP. |
Ihr Netzwerk-Guru kennt den Adressbereich ihres LAN. • Im Zweifel abwarten, bis nur mehr die beiden PC im LAN sind, dann die eigene IP-Adresse des gesunden PC feststellen (Windows: Konsolen-Befehl ipconfig, Linux: ifconfig) und die Folge-Adresse (letzte Ziffer +1 ) am Patienten einstellen. • Wenn sie auch das nicht schaffen: Probieren sie 192.168.0.99 oder 10.0.0.99 - Diese Adressen sind in den meisten Netzwerken benutzbar. |
FirewallEin Firewall am 'gesunden' PC kann die Sicherung unterbinden, zumindest erschweren.● Isolieren sie die beiden PC vom Internet (am besten auch von allen anderen PC) und schalten sie den Firewall für die Zeit der Daten-Sicherung ab. |
• Wenn die Verbindung (z.B. ↓ Ping) trotz offensichtlich noch vorhandener Netzwerk-Funktion nicht klappt: Firewall abschalten, von einem laufenden Firewall das Log kontrollieren. • Wenn das nicht möglich ist, den 'gesunden' PC evtl. von CD (ohne Firewall) starten. |
PingNach erfolgreicher LAN-Einstellung kontrollieren sie die Verbindung in beide (!) Richtungen - d.h. auf beiden PC - mit dem überall vorhandenen Konsolen-Programm pingPing ist ein robustes Verfahren, um eine Netzwerk-Verbindung festzustellen. Sie sollten die IP-Adressen beider PC kennen. Falls nicht - Konsolen-Befehl
# ifconfig
oder Windows-Menü usw.C:\> ipconfig Ping-Befehl:
# ping -c3 192.168.0.99
Ersetzen sie die IP-Adresse durch die reale Adresse des entfernten PC.
Bei Erfolg wird Antwort und Zeit ausgegeben.
C:\> ping 192.168.0.99 |
● Wenn kein Ping funktioniert, dann besteht keine Netzwerk-Verbindung, oder die Verbindung wird durch einen ↑ Firewall verhindert. ● Kabel an beiden PC und am Hub angesteckt, Leuchtdioden ok ? ● Funktioniert ein anderes Kabel - Am besten eines, welches mit einem anderen PC nachweislich funktioniert ?! ● Falsche IP-Adresse auf zumindest einem der beiden PC, oder gleiche IP-Adresse auf beiden PC eingestellt. .? ● Wenn der Ping nur in eine Richtung funktioniert, dann funktioniert das Netzwerk vermutlich. Eine der beiden IP-Adressen wurde jedoch beim ping-Befehl falsch eingegeben, oder ein ↑ Firewall erlaubt den Ping nur in eine Richtung. ● Nur dann weitermachen, wenn beide Pings funktionieren. |
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Netzwerk-Dienst (FileServer): Damit Knoppix Daten sichern kann, muss auf dem Knoppix-PC ein Dienst (Service, daemon) gestartet werden, welche die Daten liest und dem Sicherungs-PC im LAN anbietet. |
Knoppix bietet je nach Version einige Möglichkeiten an: Frühere Versionen haben SSH (Secure shell) unterstützt, neuere zusätzlich Samba und Terminal-Server. |
| ist ein FileServer in Windows-Stil. Wenn sie Samba verwenden, dann brauchen sie auf Win-PC kein Programm: Samba (smbd) bietet die Daten für den Win-PC als 'Netzlaufwerk' an. |
Auf Linux benötigen sie
smbclient -
Dieses Paket ist in allen modernen Distributionen enthalten
oder kann aus dem Internet geladen und installiert werden. Beim Start werden sie (2mal) nach dem Passwort gefragt (z.B. 'knoppix'). Ausserdem werden sie gefragt, welche Teile der Daten exportiert werden sollen - verwenden sie 'alle' noch lesbaren Daten. |
| Wenn sie SSH verwenden, brauchen sie am 'gesunden' PC ein Programm, welches mit SSH auf den Knoppix-PC zugreifen und Daten kopieren kann. | Auf Win können sie z.B. z.B. WinSCP verwenden - gratis aus dem Internet. Beim Start der Verbindung werden sie (2mal) nach dem Passwort gefragt (z.B. 'knoppix'). |
Knoppix-WunderEs kommt sehr selten vor, dass Knoppix die Daten eines defekten Systems nicht retten kann. Wenn es sich um wichtige Daten handelt, darf man nicht zu früh aufgeben.In hartnäckigen Fällen kommt es vor, dass die Daten (nur) anfänglich verloren scheinen. Wenn das Knoppix-System hochfährt, dann sind die Chancen schon recht gut. Falls nicht - Neue Knoppix-Version besorgen ! |
● Wenn das Knoppix-System überhaupt hochfährt, dann führt das manchmal bereits zur (provisorischen) Heilung - Selbst dann, wenn auch mit Knoppix (noch) keine Daten sichtbar sind ! ● Fahren sie das Knoppix-System wieder herunter und versuchen sie danach einen weiteren Start: Im Glücksfall mit dem Original-System der Festplatte, manchmal mit der System Installations-CD, auf jeden Fall wieder mit Knoppix. |
Vorsorge |
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| Solange ein Betriebs- und Dateisystem noch 'lebt', hat man meist Besseres zu tun, als an eine Wiederherstellung zu denken. | Nach einem (dank Knoppix) glimpflich überstandenen Absturz besteht meist ein kurzes Zeit-Fenster für vorbeugende Maßnahmen ... |
Daten-Struktur:Übersichtliche Ordnung erleichtert die Wiederherstellung.● 'Normale' User-Daten sollten sich in einem einzigen Verzeichnis befinden. Das ist auf Linux das Verzeichnis /home/, auf Windows C:\Dokumente und Einstellungen. Auf privaten PC können diese Grenzen überschritten werden, aber auch in diesem Falle sollten sich die Daten einigermaßen kompakt in einem eigenen Verzeichnis befinden, z.B. C:\Daten ● Gemeinsam genutzte Daten befinden sich auf Linux in /srv/, am besten in /srv/filesrv/. Dort können sie Sub-Verzeichnisse mit genau definierten Zugangsrechten für alle gewünschten Anwendungen erstellen. ● Besonders kritische und/oder wertvolle Daten sollten speziell behandelt werden (z.B. wichtige Dokumente, Serien-Nummern, Zugangsnamen, Passworte, etc.) • Diese Daten sollten sich alle in einem einzigen genau bekannten Verzeichnis befinden ! • Da es sich dabei oft um vertrauliche Daten handelt, werden sie meist verschlüsselt oder mit Passwort in ein Archiv komprimiert. • Das solcherart gesicherte Paket wird regelmäßig und vollautomatisch auf mindestens einen anderen PC kopiert. Kopie auf eine andere Festplatte des gleichen PC ist besser als gar nichts, jedoch nicht sehr sicher. |
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System-Daten: In jedem Betriebssystem gibt es wichtige Konfigurations-Dateien, die sich an bestimmten Stellen im Verzeichnisbaum befinden müssen. • Man richtet das System so ein, dass regelmäßig und vollautomatisch Sicherungskopien dieser Dateien in einem Verzeichnis angelegt werden. • Dieses Sicherungs-Verzeichnis lässt sich mit Standard-Methoden verschlüsseln, komprimieren und auf einem anderen PC oder Datenträger sichern. Linux-Beispiele: das gesamte Verzeichnis /etc/, dazu diverse Konfigurations-Dateien, z.B. von phpmyadmin. ● Kontrolle: Gesicherte Daten sind ziemlich wertlos, wenn sie nicht regelmäßig in Stichproben kontrolliert werden. Man investiert sonst evtl. viel Zeit, Geld und Mühe in Sicherungen, die sich nicht mehr öffnen oder nicht mehr installieren lassen, oder die falschen Daten enthalten. |
Datenbank:DB-Strukturen und Daten werden besonders gesichert. Kopien der Original-Daten sind praktisch wertlos, da sie normalerweise verschlüsselt sind.● Jede Standard-DB bietet die Möglichkeit, Strukturen und Daten voneinander getrennt als dump zu exportieren. ● Am wichtigsten ist bei MySQL die Datenbank mysql Sie wird komplett mit Struktur und Daten exportiert. ● Andere kleinere DBs werden ebenfalls mit einem komplett-dump (Struktur und Daten) gesichert. ● Bei größeren DBs trennt man Struktur und Daten: Der Struktur-dump ist ohnhin klein, die Daten werden getrennt in Portionen exportiert. Die einzelnen Daten-dumps werden komprimiert und auf CD und/oder anderen PC im LAN gespeichert. Die Größe der einzelnen Portionen richtet sich nach den jeweiligen Daten und muss ausprobiert werden. In der Praxis bewähren sich am besten solche Portionen, die im komprimierten Zustand 2-20 MB groß sind. Sie lassen sich leicht archivieren und mit geringem Aufwand regenerieren. |
● Die Wiederherstellung eines kompletten DB-Servers aus den gesicherten Daten ist zwar nicht allzu schwierig, muss aber trainiert werden. Ein Erst-Versuch unter Stress (wenns wirklich passiert ist) dauert meist wesentlich länger und ist sehr anfällig gegen menschliche Fehler. Tipp: Versuchen sie auf einem Übungs-PC die Wiederherstellung der DB mysql und einer beliebigen anderen DB von mindestens 10MB Größe. |
Medien:Sicherung auf Readonly-Datenträger (CDs, DVD) ist am besten.Es hilft sehr, wenn man die Scheiben mit Datum beschriftet und nach der Sicherung wenigstens kontrolliert, ob überhaupt Daten darauf sind. Magnetbänder zur Datensicherung sind noch gelegentlich in Betrieb, aber längst veraltet. |
Die Aufbewahrung sollte an einem vom PC oder Server
getrennten Ort erfolgen. Der offizielle Grund ist die Gefahr von Diebstahl oder Feuer,
in diesem Fall bezahlt die Versicherung die Wiederherstellung der Daten. Der wichtigste praktische Grund ist jedoch die Psychologie: ● Wenn es wenigstens eine Stunde dauert, mit der Sicherungs-CD wieder zurück beim Server zu sein, haben alle Betroffenen noch etwas Zeit zum Nachdenken - Das hat schon die Formatierung vieler wichtiger Daten verhindert. |
Festplatte:● Wenn die Sicherung auf Festplatte wirklich regelmäßig und vollautomatisch erfolgt, dann kann auch ein Server in wenigen Stunden formatiert und komplett neu aufgebaut werden. Das funktioniert jedoch nur dann, wenn es auf einem (anderen !) PC trainiert wurde.● Die Sicherungs-Festplatte kann sich durchaus im gleichen PC befinden, da fast alle Abstürze durch Software bedingt sind. Nur bei katastrophalen Hardware-Schäden (Blitz, Feuer, Wasser, Erdbeben, ..) ist auch die Sicherungs-Platte defekt, in solchen Fällen jedoch meist auch auf anderen PC. ● Spiegel-Platten haben sich nicht besonders bewährt, da die Original-Platte kaum jemals Hardware-defekt ist. Wenn hingegen ein Software-Fehler bemerkt wird, dann ist er schon längt auf die Spiegelplatte kopiert. |
● Bei Festplatten-Sicherung auf einen anderen PC wird das lokale Netzwerk (LAN) evtl. schwer belastet. Sicherungs-Kopien >10..100 GB führen während der normalen Betriebszeit zur Lähmung des LAN. Tipp: Ein guter Zeitpunkt für den (automatischen) Beginn solcher Arbeiten ist 02:00 früh. Tipp: Messen sie den Zeitaufwand für 10GB Daten-Kopie. Berechnen sie daraus den ungefähren Zeitaufwand für die gesamte Sicherung. |
HardwareKommerzielle Hochleistungs-Systeme zur Datensicherung arbeiten mit einem Mix aus spezialisierter Hardware und Software.Am Markt werden Systeme für jeden Bedarf und Geldbeutel angeboten, ohne Obergrenze. |
Wenn sie mit einem älteren 10MB-Ethernet-Netzwerk arbeiten, dann lohnt es sich, zumindest 2 PC (Server und Sicherungs-PC) an einen modernen 100MB-Switch anzuschließen. Das beschleunigt Kopier-Vorgänge fast auf 10fache Geschwindigkeit. |
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| Knoppix Homepage - Liste einiger Download-Mirrors | ● Eine ausgezeichnete Quelle fr Knoppix und einige 100 weitere kostenlose PublicDomain Produkte ist das Goodie Domain Service (GDS) der TU Wien. |
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