Software-Pakete

Installation von Software auf Linux

Linux ist ein OpenSource Betriebssystem - Alle Bestandteile sind lizenzfrei und kostenfrei. Eine Linux-Distribution ist die Zusammenstellung von Betriebssystem und Software zu einem harmonisch funktionsfähigen Paket, dazu Dokumentation und Support. Jede Linux-Distribution besteht aus einer großen Anzahl von Software-Paketen. Auf dieser Seite wird die Strategie vorgestellt, Software-Pakete auf Linux zu installieren.
LAMP Standard-Server mit Linux - Apache - MySQL - PHP - Samba
Start mit Linux Schnuppern mit einem Linux-Testsystem
Win-Programme Verwendung von Win-Programmen auf Linux
Distribution Installation von Software aus der Linux-Distribution
RPM-Pakete Installation von Software mit passenden RPM-Paketen
Kompilieren Linux-Programme aus dem Quelltext selbst herstellen
Links Ausgewählte Links zum Thema 'Linux-Installation'

Start mit Linux

Wenn sie Linux noch nie ausprobiert haben, dann sollten sie es einmal versuchen.

Die Installation eines Arbeits-PC z.B. für normale Büro-Arbeit gelingt auch IT-AnfängerInnen. In einer Stunde ist fast immer ein komplettes System installiert - Inklusive der gesamten Büro-Software !

Für einen Linux-Server sollten sie bereits über einige Erfahrung verfügen.
Nehmen sie sich in jedem Fall ausreichend Zeit, mit der Installation zu experimentieren, bevor sie einen echten Betrieb vorsehen.
Auf Linux können sie alle Arbeiten genauso wie auf einem Windows-PC ausführen, insbesondere Text, Kalkulation, Präsentation, Grafik und Internet-Zugriff.

Sie können dazu auch die gleichen Daten wie auf Windows verwenden, oder diese mit Windows-PC teilen. Linux ist jedoch stabiler, sicherer und nicht zuletzt lizenz- und kostenfrei.

Wenn sie ihren PC vorwiegend für Spiele verwenden, dann ist Linux zumindest derzeit weniger geeignet: Das ist ein professionelles System.

Schnupper-CD

Viele PC-Magazine bieten auf CD oder DVD Boot-fähige Linux Demonstrationen. Das läuft so ab:
Start mit CD, Auswahl des Systems: Wählen sie nicht Installation sondern Demo.
Ein Linux-System fährt von CD hoch und sie können es in aller Ruhe ohne Installation ausprobieren.

Das erfordert keine Vorbereitung und ändert nichts am installierten System.
Das System arbeitet jedoch von CD viel langsamer, typisch um das 100..1000fache. Mehr als ein kleiner Schnupper-Kurs ist daher nicht drin.

Download

Alle gängigen Linux_Distributionen kann man kostenfrei aus dem Internet laden. Die Datei-Größe beträgt einige 100MB bis zu einigen GB.


P2P
Besser als der Download von einem der (meist schwer beschäftigten) Server ist oft die Peer-to-Peer (P2P) Methode: Von allen gängigen Linux-Distributoren kann man (sehr kleine) torrent-Dateien laden. Zur Anwendung braucht man ein P2P-Programm, z.B. BitTorrent
Der Download erfolgt dann von einer großen Anzahl anderer P2P-AnwenderInnen, die gerade OnLine sind. Die Methode ist legal und vergleichsweise sicher.


Linux-Versionen
Lesen sie die Hinweise auf den Webseiten der Linux-Distributionen: Laden sie nicht die größte sondern die passende Version herunter.
Alle Linux-Versionen lassen sich nach erfolgter Installation ergänzen. Dazu stehen 1000e Programme kostenfrei zur Verfügung. Es ist sinnvoll, mit einer kleinen Basis-Installation zu beginnen, und danach nur jene Pakete zu laden und zu installieren, die man wirklich haben will.
Ausgewählte Links zu kostenfreien Linux-Distributionen:

Ubuntu: Als Desktop (Arbeits-PC) Version und für Linux-EinsteigerInnen besonders empfehlenswert: Rasch verfügbar, einfach zu bedienen. Eng verwandt mit Debian, kann deshalb auf ein riesiges Angebot an Software-Paketen zurückgreifen.
http://www.ubuntu.com

(Open) SuSE: In Europa weit verbreitet und gut eingeführt. Für erfahrene PC-AnwenderInnen empfehlenswert. Ist auch als LAN-Server mit grafischem Desktop geeignet.
http://de.opensuse.org

Debian: Professionelles System für höchste Ansprüche und AnwenderInnen mit längerer Linux-Erfahrung. Ideal für Hochleistungs-Server ohne Desktop.
http://www.debian.org

Es gibt zusätzlich eine große Anzahl von Linux-Distributionen, jedoch mit geringerer Verbreitung oder Spezialisierung auf ein bestimmtes Arbeitsgebiet.

Test-PC

Wer es nicht eilig und einen (älteren, ausrangierten) PC zur Verfügung hat, installiert darauf Linux und kann das System in aller Ruhe testen.

Wenn sie noch kein eigenes lokales → Netzwerk (LAN) haben, dann ist das die beste Gelegenheit: Bauen sie ein einfaches Netzwerk mit ihrem Arbeits-PC und dem Linux-PC, der später als Server dienen kann.

Im Netzwerk können sie nicht nur Linux ausprobieren, sondern auch die Linux-Programme (z.B. LibreOffice, OpenOffice, ...) mit ihren vorhandenen Daten verwenden. Dazu müssen sie allerdings die Zugriffs-Rechte einstellen, denn Linux ist kompriomisslos streng und sicher.

Tipp: Ein traditionelles Netzwerk mit Kabeln ist wesentlich leichter zu verwalten und abzusichern als ein WLAN...

Multi-(Dual)-Boot System

Wenn sie keinen eigenen PC für Linux verwenden wollen, genügt auch ihr vorhandener Arbeits-PC, dem sie eine zusätzliche (ältere) Festplatte für Linux vergönnen (10..20GB genügen meistens).

Windows muss auf 'seiner' Festplatte schon vorher installiert sein, danach folgt Linux. Sie können dann beim Start wählen, ob sie mit Linux oder Windows arbeiten wollen.
Umgekehrt gehts nicht, denn Windows versucht bei seiner Installation alle anderen vorher installierten Systeme auszutricksen.
Bei dieser Variante können sie den PC allerdings nur entweder mit Linux oder mit Windows starten.

Weniger empfehlenswert ist die Teilung einer für Windows verwendeten Festplatte in Partitionen.
Das ist (sogar nachträglich) kein technisches Problem, erfordert aber gute Fachkenntnisse. Andernfalls ist es leicht möglich, irrtümlich eine Partition zu zerstören.

Virtuelle Systeme

Ein virtueller Computer ist ein von einem Programm simulierter PC. Das ist allerdings kein Spiel, sondern eine vollwertige, professionell verwendbare Lösung.

Man installiert eines der kostenfreien (!) Programme zum Betrieb von Virtuellen PC, z.B.
VMWare-Player
VirtualBox + Java JRE

Mit dem installierten Virtualisierungs-Programm kann man neue virtuelle PC erzeugen oder vorhandene 'abspielen' = verwenden. Ein virtueller PC ist ein in jeder Hinsicht vollwertiger (!) PC, der jedoch in einem Fenster ihres echten 'Host'-PC läuft.

Man kann auf einem virtuellen PC jedes gängige Betriebssystem (Linux, Windows, ...) und darauf jedes Programm installieren. Der virtuelle PC lässt sich einfach kopieren, transportieren (USB-Stick) und auf jedem beliebigen realen PC ausführen - wenn darauf die Virtualisierungs-Software installiert wurde.

Ein virtueller PC läuft gleichzeitig (!) mit dem realen Host-PC. Wer genug Hauptspeicher hat, kann mehrere virtuelle PC (verschiedener Betriebssysteme) gleichzeitig betreiben, und (je nach Konfiguration) mit allen PC auf gemeinsame Daten zugreifen.

Man kann diese kommerziell bereits sehr erfolgreiche Technik u.a. dazu verwenden, um einen virtuellen Linux-PC herzustellen und auf einem Windows Arbeits-PC zu betreiben.

Details zum Thema Virtuelle Systeme

Test-Server

Ein Server erfordert einen eigenen PC im lokalen Netzwerk (LAN). Für Experimente genügt ein älterer PC mit >=128 MB Speicher, CD und >5 GB Festplatte.
Monitor, Maus und Tastatur können sie mit einem anderen PC teilen, wenn sie in einen einfachen Umschalter investieren.

Für Server-Experimente kann man auch einen → Virtuellen Computer verwenden.

Installieren und konfigurieren sie schrittweise, z.B.: Hardware, Netzwerk-Verbindung, Webserver, Samba-Fileserver, FTP-Server, SQL-Datenbank-Server, NTP-Zeitserver, Internet-Router, Firewall, Domain-Controller, ...
Verwenden sie für Tests niemals 'echte', d.h. wertvolle oder gar vertrauliche Daten.

Echt-Betrieb

Wenn sie im Test-Betrieb ausreichend Erfahrung gewonnen haben, dann werden sie schrittweise auf Linux umsteigen.

Unterscheiden sie zwischen einem Server für ein lokales Netzwerk und einem oder mehreren Arbeits-(Desktop)-PC: Die Anforderungen sind sehr unterschiedlich.

Ein Linux-Server braucht zur Konfiguration der Details zwar einige Erfahrung, bringt jedoch anfänglich den meisten zusätzlichen Nutzen. Die gemeinsam genutzten Dienste eines → LAMP-Servers, die erstaunliche Geschwindigkeit und die hohe Sicherheit markieren den Übergang vom Spiel-PC zur professionell genutzten Anlage.

Jeder Desktop-PC braucht die maximale verfügbare Prozessor-Leistung. Ein Linux-System stellt eine sichere und stabile Basis zur Verfügung. Für allgemeine Büro-Arbeiten (Text, Kalkulation, Grafik, ...) und für das Internet sind die Linux-Programme überlegen.
Verwenden sie zusätzlich dazu einen oder mehrere virtuelle Windows-PC zum Betrieb jener Programme, die nur auf Windows laufen, oder deren Windows-Versionen sie bevorzugen.
Gängige Linux Distributionen bieten eine Menü-geführte Installation. Starten sie den PC mit eingelegter Installer-CD und folgen sie den Anweisungen.
In der Regel wird vorgeschlagen, die Festplatte zu formatieren. Das ist sinnvoll, schneller und sicherer als eine allenfalls vorhandene ältere Formatierung. Achten sie jedoch darauf, nicht irrtümlich eine andere (Windows)-Festplatte zu formatieren.
Starten sie mit den Standard-Vorschlägen der Distribution:
Es ist leichter, ein laufendes System in kleinen Schritten zu ergänzen, als gleich zu Beginn eine Menge komplizierter Fragen zu beantworten.
Have a lot of fun !

Windows-Programme

Ausführbare Programme sind normalerweise für bestimmte Betriebssysteme erstellt. Für Linux verwenden sie daher eigene Linux-Programme, die allerdings die gleichen Arbeiten ausführen und meist auch ganz ähnlich zu bedienen sind wie Win-Programme. Win-Programme können normalerweise auf Linux nicht verwendet werden und umgekehrt. Einige Ausnahmen sind nachfolgend angeführt. In den übrigen Kapiteln dieser Seite finden sie Hinweise zur Installation von Linux-Programmen auf Linux-Systemen.

Betriebssystem-Versionen von Standard-Software

Viele Programme werden in eigenen Versionen für unterschiedliche Betriebssysteme hergestellt.
Vom Standard-Paket OpenOffice sind z.B. Versionen für alle gängigen Betriebssysteme, Versionen und Sprachen verfügbar. OpenOffice läuft ausgezeichnet auf Windows, muss jedoch selbst installiert werden, da M$ naturgemäß kein interesse an der technisch mindestens gleichwertigen, jedoch kostenfreien Konkurrenz hat.
OpenOffice für Linux ist in jeder gängigen Linux-Distribution bereits enthalten. Man kann damit jede M$Office Datei (Text, Kalkulation) problemlos bearbeiten.

Plattform-unabhängige Programme

In einigen Fällen kann das gleiche Programm auf Linux und Windows verwendet werden. In diese Kategorie fallen die meisten Java-Programme und die meisten über Webseiten bedienbaren Programme, z.B. mit Perl oder PHP erstellte Script-Programme.
Diese Programme laufen System-unabhängig, wenn ein Webserver installiert ist. Das betrifft meist größere und gemeinsam genutzte Programm-Pakete, z.B. Content Management, Forum, Blog, Terminverwaltung, etc.

wine Emulatoren:   wine

Ein Spezialfall sind Emulatoren: Das sind Programme, welche auf einem Betriebssystem laufen und dort ein anderes zumindest teilweise simulieren.

Der Emulator wine ist in den meisten Linux-Distributionen enthalten. Damit kann man auf Linux (zusätzlich) die meisten Windows Programme verwenden.
Das macht allerdings nur Sinn für ganz spezielle Win-Programme, die auf Linux nicht verfügbar sind.
Die Installation der meisten M$-Programmen auf wine ist weitgehend sinnlos, da übliche Linux-Programme (z.B. OpenOffice) eine wesentlich bessere Funktionalität bieten, voll kompatibel mit den gleichen Daten arbeiten, und ganz ähnlich zu bedienen sind.

wine ist ein nettes Marketing-Argument für Leute, die Angst um ihre gewohnte Win-Umgebung haben.
Als Gag für EntwicklerInnen kann wine sogar dazu eingesetzt werden, Win-Programme zu entwickeln.
Win-Spiele sind meist schlecht für Emulatoren geeignet, da sie oft unter Umgehung aller Programmier-Regeln erstellt wurden, und oft versuchen, direkt auf Teile des Betriebssystems oder der Hardware zuzugreifen.
Umgekehrt wird eine Reihe von Emulatoren angeboten, die ein Linux-System auf Windows simulieren. Eine Liste erhalten sie bei linux.org, wenn sie nach Linux-Distributionen der Kategorie 'Runs on M$Windows' suchen. Linux-Programme laufen damit bestenfalls langsam. Wozu also der riesige Aufwand, zusätzlich etwa zum Resourcen-gierigen Vista, wenn die gleiche Software auf Linux besser, schneller und kostenlos läuft ?

Linux-Distribution - immer die erste Wahl

Auf dieser Seite werden einige Möglichkeiten besprochen, neue Software auf einem bestehenden Linux-System zu installieren.

Am einfachsten ist die Installation direkt aus ihrer Linux-Distribution:
Diese Methode ist immer zu bevorzugen, denn der Distributor hat sich bereits darum gekümmert, alle Bestandteile passend einzurichten.

Übliche Distributoren bieten die Aktualisierung installierter Pakete über das Internet an, auch das funktioniert meist ohne Probleme. Neue Versionen, die nicht vom Distributor stammen, erfordern meist einige Fachkenntnisse und sind daher IT-Profis vorbehalten !
Normalerweise müssen sie sich als super-user 'root' anmelden, um das Recht auf Veränderungen im System (Installation) zu erhalten.
So gehen sie auf SuSE-Linux vor (kleine Unterschiede je nach Version):

Starten sie YAST (yet another service tool), z.B. über das K-Menü (ganz links unten) | System | YAST oder indem sie den Befehl yast auf einer Shell-Konsole eingeben.

Wählen sie Software | Install and Remove Software.

Das Fenster für Software-Installation enthält links die Werkzeuge für Suche und Selektion. Sie können nach Paketgruppen (thematisch geordnet) oder nach den Namen bestimmter Software suchen.

Rechts wird die gewählte Software angezeigt: Installierte Pakete sind angehakt. Mit Klick auf die Checkbox können sie befehlen, das betreffende Paket zu installieren oder zu entfernen.

YAST führt die Installationen nicht sofort aus, sondern sammelt ihre Aufträge. Wenn sie alle gewünschten Änderungen angegeben haben, klicken sie rechts unten 'Accept'. YAST prüft nun, ob die gewählten Pakete von anderen abhängig sind, ob zusätzliche Pakete installiert werden müssen, oder ob die gewählten Pakete in Konflikt mit anderen stehen.
Wenn die Paket-Prüfung zusätzliche Pakete anfordert, dann sollten sie ihrer Installation immer zustimmen.

Wenn die Paket-Prüfung Konflikte ergibt, dann sollten sie diese immer auflösen. Sie haben die Möglichkeit, mit Knopfdruck verschiedene Optionen zur Lösung zu wählen. Entscheiden sie entweder, auf ein gewähltes Paket zu verzichten, oder ein kollidierendes Paket zu entfernen. Im Zweifel können sie noch ohne jede Software-Änderung 'aussteigen' und weitere Informationen einholen.

Wenn alle Konflikte ausgelöst sind, werden sie aufgefordert, die Installations-Datenträger (CD, DVD) einzulegen. Die Installation wird ausgeführt, danach das System neu eingerichtet. Im Normalfall ist danach das System mit der neuen Software betriebsbereit. Bei Linux-Servern müssen die betroffenen Dienste (demons, services) neu gestartet werden, das können sie auch mit einem Neustart des gesamten Betriebssystems bewirken.

Wenn sie wollen, dass installierte Software beim Systemstart ausgeführt wird, dann verwenden sie dazu den Runlevel Editor (YAST | System | Runlevel Editor). Das betrifft Server-Software (Dienste, services, daemons).

RPM-Pakete (Redhat Package Manager)

Erste Wahl für die Installation von Software ist immer ihre Linux-Distribution (s.o.)

Falls ihre Linux-Distribution die gewünschte Software nicht enthält, laden sie diese aus dem Internet, am besten als fertig konfiguriertes Installations-Paket *.rpm.
Suchen sie das gewünschte Paket in erster Linie bei ihrem Distributor, erst danach beim Software-Hersteller, danach bei anderen Quellen. rpmseek bietet eine ausgezeichnete RPM-Suchmaschine im Internet.
Alle größeren Linux-Distributoren bieten RPM-Pakete zum Download an. Ein RPM-Paket enthält nicht nur die gewünschte Software, sondern auch allenfalls dazu benötigte andere Bestandteile (Bibliotheken, Scripts, Konfiguration, Doku, Hilfe, ...) sowie Anweisungen, wo diese in ihrem System zu installieren sind. RPM-Pakete unterscheiden sich je nach Betriebssystem und Version - verwenden sie daher nicht die 'neueste' Version, sondern die zu ihrer Systemversion passende !
Link: rpmseek, SuSE

Archiv auspacken:

RPM-Pakete kommen meist als komprimierte Archive, z.B. software_paket.tar. Archive können in verschiedenen Formaten gepackt werden, u.a. im 'zip'-Format (auf Windows verbreitet) oder in den Formaten 'tar', 'gz' (auf Linux bevorzugt).
Verschieben sie das Archiv in ein beliebiges Verzeichnis, z.B. /home/ich/software_paket.tar und erzeugen sie ein Verzeichnis für die ausgepackten Bestandteile des Pakets, z.B. /home/ich/neu.

Packen sie das Archiv aus: Rechtsklick auf das Archiv oder Konsolen-Befehl
# tar -x -f /home/ich/software_paket.tar -C /home/ich/neu
Hilfe zum Archiv-Programm tar erhalten sie mit
# info tar
Als Ergebnis sollten sie mindestens das RPM-Paket erhalten, z.B. software_paket.rpm, allenfalls auch weitere Teile (z.B. readme)

Installation:

Die Installation selbst führen sie normalerweise als super-user 'root' aus. Melden sie sich als 'root' an.
So installieren sie ein RPM-Paket:
# rpm -i /home/ich/neu/software_paket.rpm

Dabei werden die einzelnen Bestandteile des Pakets an den vorgesehenen Stellen installiert, allenfalls auch konfiguriert.

Hilfe

Alle weiteren Maßnahmen richten sich nach dem jeweiligen Software-Paket. Folgen sie den Anweisungen. Im Zweifel suchen sie die Dokumentation, z.B. in /usr/share/doc/packages/
Falls die Hilfe korrekt installiert wurde, probieren sie
# man software_paket
# info software_paket
(ersetzen sie software_paket durch den Programm-Namen).

Probleme

In seltenen Fällen erfolgt keine Installation und sie erhalten einen Hinweis auf eine fehlende (Bibliotheks)-Datei. Installieren sie das betreffende Paket, vorzugsweise aus ihrer Linux-Distribution. Falls die library in ihrer Distribution nicht zu finden ist, erhalten sie meist im Internet Hinweis auf das zu installierende Paket (z.B. finden sie libpq.so im Paket postgres . . ).
Falls sich das rpm auch danach nicht installieren lässt, können sie die benötigte Datei meist aus dem Internet beziehen - In diesem Fall müssen sie jedoch auf die zur ihren übrigen Installationen passende Version achten.

Quelltext-Programme Kompilieren

Erste Wahl bei der Installation von Software ist immer ihre Linux-Distribution, danach ein fertig konfiguriertes RPM-Paket.

Wenn sie nicht zu einem installierbaren Paket gelangen, oder wenn sie besondere Ansprüche an ein Programm haben, laden sie aus dem Internet den Quelltext (source) des Programms und erzeugen (compile) daraus selbst am eigenen PC das Programm.

Diese Vorgangsweise ist bei OpenSource-Programmen üblich, und da Linux-Distributionen vorwiegend aus solchen Programmen zusammengesetzt sind, nicht ungewöhnlich.
Meist bieten die Programme zahlreiche Optionen zum Kompilieren an. Damit können sie eigene Programm-Varianten 'nach Maß' erzeugen, die über besondere Eigenschaften verfügen, oder umgekehrt auf nicht benötigte Optionen verzichten und damit Platz sparen oder schneller laufen.
Folgen sie den beigelegten Anweisungen, der Dokumentation beim Hersteller und den Hinweisen im Internet. Die Doku ist beim Kompilieren meist umfangreicher, aber auch viel wichtiger als bei 'gewöhnlicher' Installation. Suchen sie im Internet nach Hinweisen zur gewünschten Software: Oft finden sie Berichte, die ihnen helfen, Fehler zu vermeiden.
Programmiersprache:
Software kann in vielen verschiedenen 'Sprachen' entwickelt werden. Die meisten Programme sind mit C++ erstellt. Jede Linux-Distribution bietet einen C-Compiler: Das ist ein Programm, welches aus dem Programm-Quelltext (lesbarer Text, wenn auch IT-Kauderwelsch) ein ausführbares Programm erzeugt.

Das Kompilieren erfordert einige IT-Fachkenntnis, allerdings können sie es ohne Risiko ausprobieren.
Danach müssen sie die selbst erzeugte Software installieren, und das bedingt ein gewisses Risiko. Bei unsachgemäßer Installation können sie Schäden an Betriebssystem, Programmen und Daten erzeugen !
Erzeugen sie Sicherungskopien aller Dateien, bevor diese geändert werden !
Dokumentieren sie jeden Schritt, damit sie die Bestandteile bei Misserfolg auch wieder entfernen können, bzw. jede Änderung wieder rückgängig machen können !
Bei Beachtung dieser Sicherheits-Regeln sollte die Herstellung und Installation eines Programms mit geringem Risiko möglich sein.


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