MathML mit LibreOffice

Arbeit mit dem Formel-Editor Math

Die Programm-Pakete LibreOffice und OpenOffice enthalten neben der kompletten Office-Palette den Formel-Editor Math, mit dem man relativ bequem MathML Formeln codieren kann.
Dieses Programm dient zur korrekten Darstellung mathematischer Formeln, nicht zu deren Berechnung.
Beide Programm-Pakete sind kostenfrei für alle gängigen Betriebssysteme verfügbar, und in den meisten Linux Systemen bereits fertig installiert.
Hier wird vorgestellt, wie man Formeln zur Verwendung mit LibreOffice und (als MathML) in Webseiten codiert.
Extended Markup Language MathML Mathematical Markup Language (Live-Test), Mitglied der XML-Familie
Vorarbeiten Java, LibreOffice - Download, Installation, Konfiguration
Math Das Formel-Editor Programm 'Math'
Anwendung Typische Beispiele mit häufig verwendeten Satz-Elementen
Superscript und Subscript, Potenzen und Indizes
Einfache und verschachtelte Brüche
Einfache () [] <> {} und verschachtelte Klammern
Mathematische √ ∑ ∫ ∮ Operatoren und Funktionen
Griechische α β γ Buchstaben, ∞ Sonderzeichen, ∓ Operatoren

Vorarbeiten

Wenn sie LibreOffice oder OpenOffice bereits verwenden, dann können sie dieses Kapitel überspringen. Hier wird in kurzer Form die Installation von LibreOffice vorgestellt.

Download

Laden sie LibreOffice kostenfrei aus dem Internet (ca. 220MB). Die Homepage ist zwar derzeit nur englisch verfügbar, das Programm ist jedoch gut auf Deutsch übersetzt.

Java JRE

Installieren sie vor LibreOffice Java: LibreOffice (und andere Programm-Pakete) verwenden die Programmiersprache → Java. Dazu muss der 'Java Runtime Engine' installiert sein. Das ist auf Linux-Systemen selbstverständlich, muss jedoch auf Windows manuell installiert werden.

Download: Den Java Runtime Engine (JRE, 17MB) kann man kostenfrei für alle gängigen Betriebssysteme laden.

De-Installieren sie allfällig vorhandene ältere JRE-Versionen, da ansonsten mehrere JRE-Versionen gleichzeitig installiert sind - man braucht jedenfalls nur eine:
Systemverwaltung | Software | Java

Installieren sie den aktuellen JRE.

Konfigurieren sie Java nach der Installation: Man kann den JRE zwar sofort verwenden, einige unverbindliche (!) Tipps sind jedoch angebracht:
Starten die das Java Control Panel (Start-Menü oder Programm-Ordner / Java / bin / javacpl.exe)
Allgemein / Temporäre Internet-Dateien: Sie können den Speicherpfad verlegen, z.B. nach C:\Temp\Java, wo man meist bessere Kontrolle über den Umfang hat. Sie können den maximal verwendeten Speicherplatz begrenzen, der meistens viel zu hoch angegeben ist. 20-50MB reichen fast immer.
Aktualisierung: Sie können die automatische Aktualisierung abschalten. Das Update Scheduler-Programm jusched.exe braucht Hauptspeicher und verursacht lästige Wartezeiten, wenn man gerade nicht Online ist.

LibreOffice

Dieses empfehlenswerte Programm-Paket gibt es kostenfrei für alle gängigen Betriebssysteme und für viele Sprachen.
Es enthält alle üblichen Office-Komponenten (Text, Kalkulation, Datenbank, Präsentation), dazu Objekt-Grafik (sehr empfehlenswert) und den Formel-Editor Math.

Die Programme können nicht nur die Datei-Formate des Software-Marktführers lesen und schreiben, sondern auch einige andere (OpenDocument ODF-Formate der XML-Familie).

Die Installation ist von anderen Programmen unabhängig: Man kann die Software neben anderen installierten Programmen testen, und dabei mit den gleichen Dokumenten verwenden.

Entfernen sie nach der Installation das Installer-Programm und die daraus extrahierten Installations-Dateien: Nicht unbedingt notwendig, verbraucht aber unnötig einige 100MB Platz auf der Festplatte.

Konfigurieren sie LibreOffice nach der Installation:
Starten sie das Programm, Menü Extras | Optionen. Die zahlreichen Einstellungen sind recht gut beschrieben. Ergänzend einige unverbindliche (!) Tipps:
LibreOffice | Pfade: Sind nach Standard Windows-Regeln konfiguriert. Wenn sie ihre Daten anders verwalten, dann kann man das Arbeitsverzeichnis ändern. Es ist sinnvoll, das Temporäre Verzeichnis für alle AnwenderInnen zentral zu verwalten (z.B. C:\Temp), weil man dort Sammlungen veralteter Dateien leichter überblicken kann.
LibreOffice | Sicherheit | Makro-Sicherheit: Wenn sie Visual Basic (→ VBA) Programme (meist nur in Kalkulationen) verwenden, dann ist es sinnvoll, die 'Mittlere Sicherheits-Stufe' einzustellen.
Laden/Speichern | Allgemein: Die Aufklapp-Liste 'Dokument-Typ' enthält u.a. die wichtigen Typen Text, Tabellen und Präsentation. Wenn sie LibreOffice gemeinsam mit MS-Office verwenden, oder mit MS-Office AnwenderInnen Dokumente austauschen wollen, dann stellen sie für jeden Typ einzeln (!) das gewünschte Standard-Format ein. Tipp: Die Formate MS...97/2000/XP sind keineswegs veraltet, werden jedoch von allen gängigen Office-Programmen problemlos verarbeitet...
Für den Typ 'Formel' stellen sie als Standard-Format MathML ein.
Laden/Speichern | MS-Office: Man kann alle Optionen aktivieren, um ungefragt mit den MS-Formaten zu arbeiten.
Internet | Proxy: Sollte auf 'System' eingestellt sein. Nur wenn das nicht funktioniert, stellt man hier den Zugang zum Internet manuell ein.

Browser

MathML (und viele andere Elemente der modernen Informatik) wird von allen modernen Browsern seit Jahren problemlos angezeigt.
Eine Ausnahme ist der veraltete Browser des 'IT-Marktführers'. Selbst wenn eine neue Version MathML und alle anderen fehlenden Standards unterstützen sollte, wird es nach Erfahrung noch einige Zeit dauern, bis die veralteten Versionen vom Markt verschwunden sind.

Tipp: Sie sollten mindestens einen modernen Browser laden und installieren, damit sie die erzeugten MathML-Dokumente Live anzeigen können.

Eine unverbindliche Auswahl von modernen Browsern, die es typisch kostenfrei sowie für alle gängigen Betriebssysteme gibt: Die Reihenfolge entspricht der aktuellen Rangliste der BesucherInnen dieses Webs.
Mozilla Firefox, Apple Safari, Opera, Google Chrome, ...

Der Formel-Editor 'Math'

Starten sie LibreOffice und klicken sie das Icon 'Formel' (rechts)
Wenn sie LibreOffice bereits geöffnet haben, dann verwenden sie das Menü Datei | Neu | Formel

Der Formel-Editor 'Math' zeigt typisch 2 Fenster:

Das Arbeits-Fenster (Beispiel rechts) enthält oben die Menü-Leiste und die Icons, in der Mitte die Live-Ansicht der erzeugten Formel, unten das 'Programm' zur Erzeugung der Formel.

Nur das Programm im untersten Teil des Fensters ist editierbar, d.h. nur hier kann man Text eingeben oder ändern.

Das kleine Werkzeug-Fenster des Formel-Editors enthält eine Auswahl von Symbolen.
Wenn das Fenster nicht sichtbar ist, (z.B. wenn man es unabsichtlich geschlossen hat), dann wird es mit Menü Ansicht | Elemente des Math Arbeits-Fensters wieder angezeigt.

Die Icons des oberen Teils (oberhalb vom Querstrich) wählen jeweils eine Gruppe von Elementen aus dem Vorrat.

Die Icons des unteren Teils fügen das angeklickte Element in das Formel-Programm ein.

Formel-Programm

Alle Formel-Editor Programme arbeiten mit einer Art von 'Programmiersprache' zum Setzen der Formel.

LibreOffice arbeitet nicht direkt mit der 'Sprache' → MathML, sondern mit einer eigenen Formel-Programmiersprache. Man speichert die Formel nach der Herstellung entweder im eigenen ODF-Format oder (empfehlenswert) im Format MathML, welches von allen modernen Programmen angezeigt wird, insbesondere von Browser-Programmen.

Wenn sie direkt in MathML arbeiten wollen, dann verwenden sie dazu ein beliebiges Text-Editor Programm, auf Windows z.B. Notepad++ (empfehlenswert) oder notfalls den Windows Editor notepad.exe

Die eigene Formel-Programmiersprache von LibreOffice hat den Vorteil der wesentlich einfacheren Bedienung und der Unterstützung durch die Icons des Elemente-(Werkzeug)-Fensters. Die meisten AnwenderInnen sind damit in der Lage, nach kurzem Training (1-2 Stunden) fast jede beliebige Formel zu codieren.

Erste Schritte

Geben sie das im Beispiel gezeigte Minimal-Programm ein. Nach kurzer Wartezeit wird das Ergebnis angezeigt.
Beachten sie einige Details:

Variablen-Symbole bzw. -Namen werden kursiv gesetzt (z.B. x)

Im Formel-Text sind keine Leerzeichen enthalten: Diese werden automatisch gesetzt.

Einheiten sind in normaler Schrift gesetzt (z.B. cm)

MathML-Datei:
Wenn eine Formel ihren Vorstellungen entspricht, dann verwenden sie zum Speichern das Menü Datei | Speichern unter
Wählen sie den gewünschten Pfad, Datei-Namen und als Datei-Typ (ermpfohlen) MathML.
Als Datei-Erweiterung wird *.mml vorgeschlagen. Das ist nicht immer sinnvoll, da nicht alle Programme darauf reagieren. Die Endung *.xml funktioniert fast immer und wird auch in diesem Web verwendet.

Öffnen sie die erzeugte Datei *.xml mit einem beliebigen modernen Browser: Die Formel sollte so angezeigt werden wie gewünscht. Mit Rechtsklick in die Formel können sie den (MathML)-Quelltext anzeigen.

Beispiele

Die folgenden Kapitel dieser Seite enthalten Beispiele zur Verwendung des Formel-Editor Programms.

Das ist ausdrücklich kein Tutorial, aber eine kurze Ansicht der Beispiele hilft nach Erfahrung sehr beim Verständnis anderer Unterlagen.

Jedes Beispiel wird 2fach vorgestellt:
Oben als Formel-Bild, Live von ihrem Browser angezeigt. Mit Rechtsklick in das Bild wird der MathML Quelltext angezeigt.
Unten als Programm für den LibreOffice Formel-Editor Math. Damit wurde die Formel erzeugt und als MathML-Datei gespeichert.

Tipp: Setzen sie einige der Beispiele selbst, fügen sie die Formeln in ein Text-Dokument ein. Speichern sie die Formel als MathML-Datei und öffnen sie die Datei mit einem Browser.

Eine gute Übersicht bietet diese OpenOffice-Seite, der Link kann allerdings rasch den Seiten-Namen oder den Pfad wechseln. In diesem Fall suchen sie ähnliche Seiten mit Suchmaschinen, bei OpenOffice oder bei LibreOffice.

Anwendung

Einbettung als Objekt

Man kann eine Formel als Objekt in jedes (Libre)-Office Dokument einbetten, z.B. in ein Text-Dokument, in ein Tabellen-Dokument (Kalkulation) oder in eine Präsentation. Diese Variante ist sinnvoll, wenn die Formel nur in einem einzelnen Dokument gebraucht wird.

Öffnen sie das gewünschte Dokument oder stellen sie zum Test ein neues Text-Dokument her, und schreiben sie ein paar Worte Text hinein, damit man die Einbettung der Formel in den Text beobachten kann.

Klicken sie die Text-Marke an die gewünschte Stelle und verwenden sie das Menü Einfügen | Objekt | Formel
Das Arbeits-Fenster wird geteilt: Im oberen Teil sehen sie ihr (Text)-Dokument, der untere Teil ist für das Formel-Programm vorgesehen. Geben sie hier ihr Formel-Programm ein, z.B. den im Minimal-Beispiel gezeiogten Text
x=1cm
Nach jeder Pause wird die Formel im oberen Fenster neu gesetzt. Wenn das Ergebnis stimmt, klicken sie einfach in das obere Fenster: Damit wird das untere Fenster mit dem Formel-Programm automatisch geschlossen.
Wenn sie später die Formel ändern wollen, können sie das Programm-Fenster jederzeit mit Dopperlklick in die Formel wieder öffnen.

Einbettung aus einer Datei

Wenn eine Formel mehrfach verwendet werden soll, dann ist es sinnvoll, sie als (wiederverwendbare) Datei *.xml oder *.mml zu speichern.

Erstellen sie dazu ein neues MathML-Dokument, z.B. mit Menü Datei | Neu | Formel und speichern sie die Formel als Datei. Diese Formel-Datei kann man sowohl in beliebig viele LibreOffice-Dateien einbetten als auch in andere Dokumente, z.B. Webseiten.

So fügen sie eine Formel aus einer Datei in ein (LibreOffice)-Dokument ein: Öffnen sie das Dokument, klicken sie an die gewünschte Stelle und verwenden sie das Menü Einfügen | Objekt | OLE-Objekt
Wählen sie danach die Option Aus Datei erstellen und geben sie den Pfad zur Formel-Datei an.
Es ist meist sinnvoll, das Kästchen 'Mit Datei verknüpfen' nicht zu markieren: In diesem Fall wird die Formel in ihrem aktuellen Zustand in das Dokument eingesetzt.
Wenn sie eine Verknüpfung (SoftLink) zur Formel-Datei anlegen, dann ändert sich die Formel in ihrem Dokument jedesmal, wenn die Formel-Datei geändert wird. Wenn die Formel-Datei gelöscht wird, dann ist die Formel bestenfalls unbestimmt.

Transport der Formel

Wenn sie ein LibreOffice-Dokument mit Formeln in einem anderen Format speichern, dann wird das gesamte Dokument inklusive der enthaltenen Formeln übersetzt, z.B. auch in MS-Office-Formate. Beachten sie dazu die Tipps im Kapitel ↑ Vorarbeiten dieser Seite.

Das funktioniert zufriedenstellend, allerdings ist Vorsicht angebracht: In komplizierteren Formeln steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Satz-Fehler auftreten. In diesem Fall ist es möglich, die Formel mit dem firmen-eigenen Formel-Editor von MS-Office zu bearbeiten (und umgekehrt).

MathML Inline in Webseiten

Die moderne IT-Technologie ermöglicht die direkte Einbettung von MathML Formeln in den Quelltext von → XHTML-Webseiten. XHTML ist genauso leicht herzustellen wie HTML, bietet jedoch mehr Möglichkeiten. Fast alle Seiten dieses Webs sind in XHTML erstellt.

Auf der → MathML Startseite dieses Webs können sie ein Demo-Beispiel Live ausprobieren: Eine besonders einfache XHTML-Webseite mit Inline-MathML ist als Beispiel eingebettet.

Im gleichfalls angezeigten Quelltext finden sie ein → XHTML-Dokument, in dessen Code ein <math>...</math> Element direkt (Inline) eingebettet ist. Sie können das Beispiel downladen, testen und/oder eigene Formeln einsetzen.

Diese Version ist einfach und flexibel, wird in diesem Web jedoch noch nicht verwendet, weil noch ca. 1/3 der BesucherInnen den veralteten M$IE Browser verwenden, der damit Probleme hat.

MathML in Webseiten-Innenrahmen

Ein Kompromiss ist die Verwendung von Innenrahmen. Ein HTML <iframe>-Element kann man an jeder beliebigen Stelle einer Webseite einfügen. Damit wird ein externes Objekt in die Seite eingebettet. Die Datei des Objekts (z.B. eine MathML-Datei) kann aus einer beliebigen Quelle stammen, sie muss lediglich auf irgend eine Weise erreichbar sein.
HTML <iframe>-Elemente werden auch in zukünftigen Versionen unterstützt, insbesondere in der nächsten Version HTML-5

Diese Version ist weniger elegant, wird jedoch derzeit in diesem Web bevorzugt. BesucherInnen mit einem veralteten Browser können dann zumindest die Webseite anzeigen, lediglich die darin enthaltenen MathML-Elemente werden nicht oder mit irgendwelchen Meldungen angezeigt, ebenso wie → SVG-Grafik oder andere Elemente der modernen Informatik...

Ein Live-Beispiel mit Quelltext finden sie ebenfalls auf der → MathML-Startseite dieses Webs.

Formel-Bilder

Man kann Formeln mit entsprechenden Programmen in Grafik-Dateien *.gif oder *.png umwandeln und die erzeugten Bilder in beliebige Dokumente einbetten.

Der Vorteil dieser Methode ist die absolute Unabhängigkeit von moderner Technologie. Bilder werden sogar vom M$IE-Browser angezeigt, nach langer Wartezeit sogar jene des modernen PNG-Formats.

Nachteile: Die Pixel-Dateien brauchen wesentlich mehr Speicherplatz und Übertragungs-Zeit. Sie müssen von eigenen Programmen aus MathML- oder TeX-Anweisungen in Bildpunkte umgesetzt (ge-'rendert') werden.

Leider werden Formeln von großen Anbietern wie z.B. Wikipedia noch immer als Bilder verwendet. Mit sinkenden Anteilen des M$IE Browsers ist das eigentlich schon überflüssig - oder würde den Hersteller zwingern, ausnahmsweise wieder in die Entwicklung zu investieren...

Hoch- und Tiefstellung

Klicken sie im Elemente-Fenster auf die Gruppe f(x) und danach auf das Symbol xy
Im Programm-Fenster erscheint der rechts angezeigte Text. Jedes <?> ist ein Platzhalter (rot markiert), der durch den gewünschten Text ersetzen werden muss.
Der 1. Platzhalter wird durch c ersetzt, der 2. Platzhalter durch 2
Math Formel-Programm: Nach Einsetzen des Elements
<?>^{<?>}
Nach dem Ersetzen der beiden Platzhalter:
c^{2}
Ergänzen sie die Formel, hier z.B. zur relativ gut bekannten für die Seiten eines rechtwinkeligen Dreiecks: Das = Zeichen und das + Zeichen wird einfach an der Tastatur eingegeben, die Symbole a2 und b2 wieder mit dem Formel-Element xy 

Im Rahmen rechts wird oben die gesetzte Formel angezeigt, unten der Text des Formel-Programms.
Im Unterschied zu LibreOffice ist die Formel hier jedoch in → MathML eingesetzt. Mit Rechtsklick in die Formel wird hier der MathML Quelltext angezeigt, in LibreOffice dagegen der Text der dort verwendeten Formel-Programmiersprache.
Formel als MathML-Datei:
LibreOffice-(Math)-Programm:
c^{2}=a^{2}+b^{2}
Die {} geschwungenen Klammern markieren einen Block, für den die jeweilige Formatierung angewendet wird. Das Beispiel rechts zeigt, wie man einen längeren Formel-Text hochstellen kann.
Sie können im Zweifel jeden Text in {} einschließen, um allfällige Unklarheiten der Formatierung zu beseitigen. Die {} Klammern werden im Formel-Bild nicht angezeigt.
MathML:
Math-Programm:
e^{-%lambda t}
Ein Subscript (Tiefstellung) wird mit einem _ Underline-Zeichen ausgelöst.
Der nachfolgende {} Block wird tiefgestellt.
Das Beispiel zeigt sowohl einzelne Tiefstellung als auch die Kombination von Hoch- und Tiefstellung.
MathML:
Math-Programm:
x=a_{1}+b_{2}+c_{m+n}^{2}
Die Formatierungs-Operatoren lassen sich ineinander verschachteln.
Man sollte derartige Konstruktionen nach Möglichkeit vermeiden, weil sie nur selten zur Klarheit beitragen.
Innerhalb des ersten hochgestellten Blocks befindet sich hier ein weiterer, welcher die Variable s mit einem Superscript versieht.
MathML:
Math-Programm:
x=a^{r+s^{y}+t}

Bruchstriche

Klicken sie im Elemente-Fenster auf die Gruppe links oben +a/a+b und danach auf das Bruch-Symbol
Im Programm-Fenster erscheint der Platzhalter:
a={<?>} over {<?>}
Die Anweisung over setzt den Bruchstrich. Der {} Block davor wird als Zähler (oben) gesetzt, der {} Block danach als Nenner (unten) des Bruchs.
MathML:
Math-Programm:
a={1} over {2}"cm"
Mehrfach-Brüche: Wie alle anderen Satz-Elemente kann man auch Bruchstriche beliebig ineinander verschachteln. Die Länge der Bruchstriche wird automatisch angepasst. MathML:
Math-Programm:
b={r+{s}over{t}} over {{x}over{y}-z}
Ein Bruch kann auch als Superscript (hochgestellt) eingesetzt werden, hier z.B. als Exponent und als Bezeichner der Wurzel.

Der Einsatz als Subscript (tiefgestellt) ist möglich, kommt jedoch in der Praxis nicht vor.
MathML:
Math-Programm:
x^{{1}over{2}}=sqrt{x}=nroot{2}{x}

Klammern

Runde () und eckige [] Klammern kann man direkt in den Programm-Text setzen.
Da spitze und geschwungene Klammern Programm-Funktionen ausdrücken, muss man sie zur Anzeige der Symbole 'maskieren':
Das erfolgt hier durch die Anweisungen langle rangle für linke und rechte eckige Klammern, bzw. lbrace rbrace für linke und rechte geschwungene Klammern.
MathML:
Math-Programm:
(r) + [e]+ langle s rangle + lbrace g rbrace
Wenn man die Größe der Klammern an einen Ausdruck anpassen will, dann setzt man vor die öffnende Klammer die Anweisung left und vor die schließende die Anweisung right 
Das funktioniert mit jeder Klammern-Type.
Das Beispiel rechts enthält in der Klammer einen Bruch, daher muss sie größer ausfallen als für einfache Variable.
MathML:
Math-Programm:
a=left[ r +{s} over {t} right]

Mathematische Operatoren

Diese Formel zur Berechnung der Kreiszahl Pi wurde 1682 von Leibnitz gefunden (→ Berechnung durch Reihen-Entwicklung)

In der Element-Gruppe f(x) finden sie die Anweisungen zum Setzen von Wurzel sqrt oder nroot
In der Gruppe Σa finden sie Summe sum, Integral int, Produkt prod und andere.
Beispiel mit Platzhalter:
x=sum <?>
Formel als MathML-Datei:
Math-Programm:
{%pi} over {4} = sum from{n=0} to{%unendlich} {{(-1)^{n}} over {2n+1}}
Komplexe Formeln wie diese werden nicht immer optimal in MathML umgesetzt, aber die Methode liefert in sehr kurzer Zeit immerhin ein verwendbares Produkt.
Um die Grenzen von Summen oder Integralen anzugeben, klickt man nach Eingabe des Operators auf eines der 3 mit Grenzen versehenen Σ Summen-Zeichen. Der Programm-Text sieht dann so aus:
x=int from{<?>} to{<?>} <?>
Der 1. Platzhalter bezeichnet die untere Grenze (im Beispiel n=0).
Der 2. Platzhalter bezeichnet die obere Grenze (im Beispiel %unendlich)
Der 3. Platzhalter bezeichnet das Argument, über welches Summe oder Integral gebildet werden soll. Das ist in diesem Beispiel ein längerer Ausdruck, der zwecks klarer Formatierung mit {} (rot) in einen Block gesetzt wurde.

Innerhalb des Blocks befindet sich ein Bruch (Anweisung over), dessen Zähler in einen weiteren Block gesetzt wurde.

Funktionen

werden meistens einfach mit ihren Namen angegeben.
In der Element-Gruppe f(x) finden sie eine Auswahl oft verwendeter Funktions-Namen. Sie können jedoch auch beliebige andere Funktions-Namen verwenden
Formel als MathML-Datei:
Math-Programm:
tan(%alpha) = {1} over {ctg(%alpha)}

Sonderzeichen αβγ ∞

Katalog

In der Icon-Zeile des Formel-Editors Math befindet sich ein Icon, welches wie ein fett gedrucktes X aussieht. Beim Überfahren mit der Maus wird der Hilfe-Text 'Katalog' angezeigt.

Im Katalog finden sie eine Auswahl von griechischen und einigen 'Spezial'-Zeichen. Beim Anklicken wird das Zeichen zur Kontrolle groß angezeigt. Mit Klick auf den Button 'Übernehmen' wird das Zeichen in das Formel-Programm eingesetzt, mit Klick auf 'Schließen' wird der Katalog wieder geschlossen.

Beim Einsetzen der Zeichen werden Anweisungen mit führendem % eingesetzt, z.B.
%alpha
Die lokaliserten Versionen von LibreOffice und OpenOffice verwenden teilweise lokalisierte Anweisungen, z.B. %unendlich an Stelle des internationalen %infinite
Mit dem Katalog werden immer die korrekten Namen eingesetzt, bei manueller Eingabe muss man die passenden Namen nachschlagen oder erraten.
Prinzipiell kann man in MathML jedes → Unicode-Zeichen einsetzen.
Das eröffnet umfangreiche Möglichkeiten, ist aber nicht leicht zu programmieren.
Tipp: Lesen sie die Dokumentation zum <glyph> Element von MathML.

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