HTML

HyperText Markup Language

HTML ist eine 'Programmiersprache' zur Beschreibung von Webseiten. HTML-Quelltext besteht aus reinem Text (text/plain). HTML ist ein Offener Standard und kann lizenzfrei verwendet werden.
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Erfolgs-Faktoren Was macht HTML so populär und so wichtig ?
Geschichte Einige historische Meilensteine
Trends Wie wird die Zukunft von HTML aussehen ?
Web-Start In 6 Schritten zum eigenen Internet-Auftritt
Ausgewählte HTML-Themen:
DOM Webseiten sind im Document Object Model des W3C organisiert
Bilder Die Einbettung von Bildern in Webseiten
Tabellen Echte "Listen" und unsichtbare Layout-Gliederung, Live-Sortierung
Farben Definition und Namen von Farben
Download Dateien auf den PC (Download) oder auf den Webserver (Upload) kopieren
Druck Webseiten für den Ausdruck optimieren
Einbettung Rahmen <frame>, Innenrahmen <iframe>, Objekte <object>, XML, Bilder, . .
HTTP HyperText Transfer Protocol - Grundlage für den Transport von Webseiten
HTCPCP Hypertext Coffee Pot Control Protocol
URL Web-Adressen: Bestandteile und Funktion
Zeichen Maskierung von Steuerzeichen, Codierung spezieller (Unicode)-Zeichen
Kommentar Versteckte Anweisungen für Fremd-Programme
Links Ausgewählte Links zum Thema 'HTML'

HTML Erfolgs-Faktoren

Reiner Text - keine Geheimnisse

Der Quelltext eines HTML-'Programms' besteht nur aus den 98 'druckbaren' → ASCII-Zeichen und kann mit jedem Editor-Programm auf jedem PC gelesen oder geändert werden. Daher ist jedes HTML-Programm offen zugänglich.

Es gibt keine Geheimnisse zwischen EntwicklerInnen und AnwenderInnen.
Puristen zählen HTML nicht zu den Programmiersprachen. Der Unterschied ist jedoch für AnwenderInnen unmerkbar und daher eher unerheblich.

Offener Standard

HTML ist ein → Offener Standard und kann lizenzfrei überall verwendet werden. Man kann HTML nicht als 'Programmiersprache' kaufen oder aus dem Web laden, denn HTML ist in jedem modernen PC eingebaut - zahlreiche Komponenten jedes Betriebssystems unterstützen diesen Standard.

Hypertext

Dieser Begriff bezeichnet einen weiteren Erfolgsfaktor von HTML: Die Vernetzung von Informationen durch Links. Das Klicken von Links ist heute selbstverständlicher Kultur-Bestandteil, aber erst wenige Jahrzehnte alt.

Hypertext ist eine Form der Organisation durch Netz-artige Verknüpfungen, unter Verzicht auf jegliche Hierarchie.
Damit nimmt man zwar ein ziemliches Chaos in Kauf, andererseits entspricht diese Form weit besser der Organisation menschlichen Denkens als eine streng hierarchische Struktur.

Gute HTML Webseiten enthalten immer (Hyper)-Links. Dabei zählt nicht die Menge sondern die Qualität. Es sollten genau jene Links an genau jenen Stellen enthalten sein, wo die BesucherInnen weiterführende Information erwarten.

Internet

Diese Plattform hat HTML zu einem ungeahnten Boom verholfen. WissenschafterInnen gingen als erste daran, ihre Texte mit HTML zu codieren und über ein öffentliches Netzwerk zur Verfügung zu stellen. Das erwies sich als so einfach und praktisch, dass das 'Web' einen unvorstellbaren Siegeszug antrat. Heute bilden Millionen von HTML-Webseiten das Rückgrat des Internet-Systems.

HTML-Dokumente sind allerdings nicht auf das Internet angewiesen. Man kann Webseiten ausschließlich auf dem eigenen PC oder im lokalen Netzwerk verwenden (↓ Intranet), man kann sie auf Datenträger (CD) speichern und versenden. Keine andere Methode zur Darstellung von Daten ist derart flexibel.

Browser

Browser sind Programme zum Lesen von Webseiten. Ein Browser 'liest' HTML-Dateien und erzeugt aus deren Quelltext ('Programm') eine Darstellung am Bildschirm. Browser sind heute von vielen Herstellern in unzähligen Versionen verfügbar, meist sogar kostenfrei.

Jeder moderne PC verfügt über (mindestens) einen Browser. Wenn Informationen auf HTML-Webseiten angeboten werden, dann kann man davon ausgehen, dass sie auf jedem PC der Welt ohne weitere Maßnahmen gelesen werden können.

HTML-Webseiten kann man auch interaktiv verwenden: Immer mehr Programme verwenden zu ihrer Bedienung ↓ dynamische Webseiten. Die Entwicklung von Programmen mit HTML-Interface ist viel rascher und billiger als irgendeine andere Arbeitstechnik.

Intranet

Weil es so einfach und praktisch ist, Daten auf Webseiten anzubieten, werden auch die intern verwendeten Informationen zunehmend in HTML-Dokumenten abgelegt.

Jede Organisation, jedes Unternehmen verfügt dazu über einen eigenen ↓ Webserver zur Verteilung der internen Information.
Für den Zugriff auf Datenbank, Buchhaltung, Fakturierung, Lager ... werden heute fast ausschließlich Webseiten eingesetzt.

Das kleinste Intranet ist ein einzelner PC: Bei der Leistung heutiger Hardware ist es sinnvoll, auf jedem PC einen kleinen privaten ↓ Webserver zu betreiben: Damit lassen sich u.a. eigene Daten viel besser organisieren als mit den hierarchischen Betriebs- und Dateisystemen.

Dynamisch erstellter HTML-Code

Die meisten Webseiten enthalten HTML-Quelltext in Form einer gewöhnlichen (statischen) Text-Datei. Bei der großen Zahl und Bedeutung von Webseiten ist es naheliegend, einige dieser Text-Dateien nicht durch Menschen, sondern automatisch durch Programme zu erstellen.

Die Voraussetzung dazu (Erzeugung einer Text-Datei) ist in jeder Programmiersprache gegeben. Einige (z.B. → Perl, → PHP, Python, ..) haben sich auf die rasche und einfache Erzeugung von HTML-Text besonders spezialisiert. Meist wird diese Methode zusammen mit einem ↓ Webserver angewendet.

Ein wichtiges Beispiel ist der Zugriff auf Datenbanken, der heute fast ausschließlich über dynamische Webseiten erfolgt.

Dynamisch ausgeführter Code

HTML wird durch eine eigene Programmiersprache → Javascript (JS) ideal ergänzt. JS ist wie HTML ein offener lizenz-freier Standard, und ebenso wie bei HTML ist der Quelltext jedes JS-Programms offen.

Solche 'dynamische' Webseiten enthalten sowohl den HTML- als auch den JS-Quelltext. Auch Javascript kann man nirgends kaufen, diese Programmiersprache ist bereits in alle Browser integriert und damit weltweit auf jedem PC verfügbar.

Die enthaltenen JS-Programme werden je nach Bedarf automatisch oder interaktiv ausgeführt. Fast alle Seiten dieses Webs enthalten solche Programme, damit man die gebotenen Informationen interaktiv ausprobieren kann.

Einbettung von Objekten

HTML selbst kann nur Text darstellen. Man kann jedoch viele andere Objekte in eine Webseite eingebetten:
Bilder, Sound, Animationen, andere Webseiten, Java-Programme, ...

Es hat sich als geradezu genial herausgestellt, auf die "Programmierung" solcher Objekte in HTML zu verzichten und sie statt dessen möglichst bequem und vielseitig in Webseiten einzubetten.

Auch zukünftige weitere Objekte wird man bei Bedarf integrieren. Diese Flexibilität zeichnet HTML gegenüber jeder anderen Methode (z.B. Textverarbeitungs-Dokumente) aus.

Java-Applets

Eine besondere Form von Objekt ist die Einbettung ganzer Programme in HTML Webseiten. Mit der Programmiersprache → Java ist es möglich, Programme speziell für die Einbettung in Webseiten (Applets) zu erstellen.

Java ist im Gegensatz zu Javascript eine 'komplette' Programmiersprache: Die Möglichkeiten von Applets sind daher nur die die Phantasie der EntwicklerInnen begrenzt.
Allerdings wurde aus Sicherheits-Gründen eine strikte Grenze gezogen: Java-Applets dürfen und können nicht auf Dateien ihres PC zugreifen.

Markup

Das M in HTML bezeichnt die Verwendung von 'TextMarken' (markups, tags) im Quellcode. Tags sind Text-Worte (strings) genau definierter Form, welche die gesamte Steuerung, d.h. das HTML-'Programm' enthalten. Das tag <b> bezeichnet z.B. den Befehl   'Ab jetzt fette Schrift', das tag </b> den Befehl   'Ende der fetten Schrift'. Alle HTML-tags sind in < > eingeschlossen.
So kann man im HTML-Quelltext Anweisungen und Text mischen:
Quelltext:   Das ist <b>fett</b> gedruckt  
Ergebnis:     Das ist fett gedruckt.
Diese Art, Befehle und Text zu mischen, zeichnet alle Mitglieder der → XML-Familie aus und begründet einen wichtigen HTML Erfolgs-Faktor: Ein HTML-Dokument kann mit jedem Editor in allen Details betrachtet werden. Dokumente anderer Programme, z.B. einer Textverarbeitung enthalten zahlreiche unsichtbare und für normale AnwenderInnen unzugängliche Elemente.

XML

Damit wird eine ganze Familie moderner 'Auszeichnungs-Sprachen' zusammengefasst. Alle verwenden reinen Text (text/plain) zur Codierung, und TextMarken (← Markups) zur Auszeichnung der Befehle.

XML ist als Offener Standard lizenzfrei.
Die Methode ist genial einfach und daher praktisch unbegrenzt flexibel. Für jedes Fach-Gebiet können spezielle Script-Sprachen entwickelt werden: HTML zur Codierung von Webseiten, SVG zur Codierung von Objektgrafik, MathML zur Codierung von Formeln, usw.

XHTML ist eine strikt an XML orientierte Variante von HTML, in der z.B. alle Seiten dieses Webs erstellt sind. Ein besonderer Vorteil der Zugehörigkeit zur → XML-Familie ist die Kompatibilität: → XHTML und alle anderen XML-Mitglieder lassen sich besonders einfach miteinander kombinieren.

Webserver

Das Hypertext-Prinzip ("Links") macht es möglich, dass ein Browser-Programm bei Mausklick auf einen Link das betreffende Dokument öffnet - solange es sich am eigenen PC befindet.

Um die lokal vorhandenen HTML-Dateien auch allen anderen TeilnehmerInnen eines lokalen Netzwerks oder des gesamten Internet anzubieten, benötigt man einen Webserver.

Ein → Webserver ist ein Programm, welches auf Anforderungen von BesucherInnen (Clients) lauscht (listen). Wenn der Server eine Anfrage (HTTP Request) erhält, dann sendet er die gewünschte Datei über das Internet an den anfragenden Browser, welcher die Webseite anzeigt.
Heutige Webserver bieten allerdings noch wesentlich mehr Möglichkeiten, z.B. die ↑ dynamische Erstellung von Webseiten:

Solche Webseiten existieren nicht als Datei, sondern werden 'auf Anfrage' Live erzeugt, z.B. mit Daten einer → Datenbank. Ein Programm befragt die Datenbank und erzeugt aus den erhaltenen Daten den HTML-Quelltext einer Webseite (z.B. eine Tabelle und/oder Grafik der Daten). Der Webserver sendet den HTML-Text an den anfragenden Browser.

Die Kombination von HTML - Webserver - Datenbank ist eines der mächtigsten Werkzeuge der Informationstechnik (Stichwort → LAMP).
Heutige PC sind so leistungsfähig, dass es sinnvoll ist, einen 'privaten' Webserver auf jedem PC zu installieren, und damit dessen Möglichkeiten entscheidend zu erweitern.

Kurz-Geschichte von HTML

Dieses Kapitel ist nicht streng auf HTML konzentriert. Einige andere Entwicklungen haben HTML stark beeinflusst. Alle Angaben natürlich ohne Gewähr.
1967   William W. Tunnicliffe präsentiert die Idee des 'Generic coding', von Charles Goldfarb (IBM) als SGML weiterentwickelt. Diese 'Generalized Markup Language' sollte Dokumente ergeben, die unabhängig von Systemen und Programmen sind. SGML war gut gemeint, aber ganz im Stil dieser Zeit viel zu aufwändig angelegt. 1986 wurde SGML als Standard definiert, erreichte jedoch wegen seiner Komplexität niemals die Praxis.
1989   HTML wird von Tim Berners-Lee (rechts) am Forschungszentrum CERN in Genf publiziert. Seine Version adoptiert die Grund-Ideen von SGML, jedoch in stark vereinfachter Form. Das verhilft der Idee zum praktischen Durchbruch. Berners-Lee erfindet auch das Internet-Schema zur Adressierung URL/URI und das HTTP-Protokoll (ISO/OSI-Schicht 7), welches die Kommunikation im Internet regelt.
HTTP legt fest, wie eine HTML-Webseite angefordert wird, und wie sie auf Anforderung übersendet wird.
1993   HTML bietet erste Möglichkeiten der Formatierung (fett, kursiv, ..) und der Einbettung vom Bildern.

Internet und HTML beginnen die explosionsartige Verbreitung. Das Wachstum ist eher chaotisch als geplant.
Die Anzahl der HTML-'Befehle' wuchert ohne Kontrolle. Man versucht, alles in HTML einzubauen, was technisch möglich ist und den BesucherInnen gefällt.
1994   CSS (Cascading StyleSheets) wird 'erfunden'.
CSS ist auf Formatierung und Layout spezialisiert, systematisch aufgebaut und bietet weit bessere Möglichkeiten zur Gestaltung von Webseiten. CSS lässt sich hervorragend mit HTML kombinieren. Damit werden viele der wild wuchernden HTML-Elemente überflüssig.
Das World Wide Web Consortium (W3C) wird von führenden IT-Firmen gegründet, um Richtlinien und Standards zu entwickeln.
1995 Ausfüllbare HTML-Formulare erlauben die Eingabe von Daten durch die AnwenderInnen - ein wesentliches Element der interaktiven Steuerung.

Netscape integriert die Programmiersprache Javascript, bis heute das wichtigste interaktive Element von Webseiten.
Netscape geht an die Börse: Sein (kostenloser) Browser hat 80% Marktanteil.

Das CSS Projekt wird vom W3C adoptiert und ab nun von allen neuen Browser-Versionen unterstützt.
Microsoft hat bis jetzt das Internet völlig ignoriert. Man erkennt das Potential dieses Marktes und bringt den ersten eigenen Browser Internet Explorer heraus. Das M$IE Entwickler-Team besteht aus 5 Mitgliedern. Der M$IE kommt im ersten Jahr auf 3% Markt-Anteil.
M$ bündelt seinen Browser mit jedem verkauften Betriebssystem und Office-Produkt. Das verdrängt andere Produkte sehr rasch, sicher nicht wegen der inferioren technischen Qualität - Die KundInnen besorgen sich keinen anderen Browser, wenn sie schon einen haben - nicht einmal geschenkt. Das ist teilweise bis heute so geblieben.
1996   Auch M$IE beherrscht erstmals Javascript. Das M$IE-Team umfasst ca. 100 MitarbeiterInnen.

Das Grafik-Format PNG wird als Standard definiert und verbessert die Möglichkeiten des lizenz-gebundenen GIF.
Das ambitionierte norwegische Unternehmen Operabringt einen neuen Browser heraus.
1997   HTML bietet Tabellen. Damit kann man nicht nur Zahlen-Kolonnen besser darstellen: Man entdeckt bald die (bis heute) ausgezeichnete Möglichkeit, ein Layout mit Hilfe 'unsichtbarer' Tabellen zu gestalten.

HTML ermöglicht die Einbettung kleiner Java-Programme (Applets). Java ist eine 'komplette' Programmiersprache und erlaubt erstmals praktisch unbeschränkte Programme in Webseiten. Eine wichtige Einschränkung bietet bis heute ausgezeichnete Sicherheit: Java-Applets dürfen nicht auf Dateien ihres PC zugreifen.

HTML bietet Rahmen (frames) und CSS-Stylesheets.
HTML-Version 3.2 ist der erste gelungene HTML-Standard des W3C. Alle vorherigen Versuche waren hinter der raschen technischen Entwicklung so weit zurück, dass sie bedeutungslos blieben.

HTML-Version 4.0 kommt im gleichen Jahr heraus und stellt die Grundlage der bis heute verwendeten Versionen dar.
1998   CSS Version 2 wird vom W3C publiziert. Diese Version bildet die Grundlage heutiger Browser-Unterstützung, obwohl noch kein einziger Browser alle CSS2 Elemente fehlerfrei beherrscht.

Der Acid-1 Test wird veröffentlicht. Er soll das chaotische Verhalten der Browser insbesondere mit CSS testen und verbessern.

Netscape kapituliert im Wettbewerb mit Microsoft und gliedert seine Browser-Produktion aus: Das Mozilla-Projekt erzeugt ab nun den Browser-Motor (engine) als kostenfreies OpenSource Projekt (Gecko) und für eine ganze Browser-Familie. Die Reste von Netscape werden an AOL verkauft.
Das Document Object Model (DOM) wird vom W3C als Standard publiziert. Javascript-Programme können auf dieser Grundlage jeden Teil 'ihrer' HTML-Webseite lesen und ändern.
Das DOM ist die gut durchdachte, systematische Antwort auf die wenig leistungsfähigen Modelle zur 'Dynamischen' Programmierung, die Netscape und Microsoft gegeneinader entwickelten. Netscape/Mozilla beendeten danach ihr Konzept, M$IE unterstützt neben dem DOM bis heute sein ebenso überholtes Konzept.
1999   Das M$IE Entwicklungs-Team umfasst ca. 1000 MitarbeiterInnen.  
2000   XHTML ist der Versuch, das vergleichsweise alte HTML in das neue systematische → XML-Konzept einzubinden. Bis heute noch wenig Resonanz, vor allen wegen der technischen Rückständigkeit des M$IE Browsers. Gute Integration der zunehmend wichtigeren übrigen XML-Sprachen. Opera trennt seine Entwicklung in einen funktionellen Browser-Kern und spezifische Software-Interface für die vielen unterstützten Betriebssysteme. Seither ist jede Neuerung sowohl rasch als auch sehr sicher auf vielen Systemen verfügbar.
2001   M$IE hat einen Markt-Anteil über 90%. M$IE Version 6 erscheint und besteht erstmals den Acid-1 Test. Das Entwicklungs-Team wird praktisch aufgelöst, die Geldmittel auf das Marketing verlagert. Die technische Entwicklung am M$IE ist bis heute de facto eingestellt. Opera unterstützt den weltweit eindeutigen Zeichensatz-Standard Unicode
2003   M$IE hat einen Markt-Anteil von 95% erreicht. Microsoft investiert Millionen, um ihn zu halten - in das Marketing. Der technische Aufwand beschränkt sich auf die Reparatur der zahlreichen Fehler, insbesondere der notorischen Sicherheits-Lücken, die im M$IE entgegen den Web-Standards überhaupt erst geschaffen wurden (ActiveX).

Der Firebird / Gecko Browser erscheint als Vor-Version von Firefox und beherrscht auf Anhieb den Acid-Test.
Der Markt-Anteil des Netscape-Browsers sinkt unter 4%.

Die Vorherrschaft von Microsoft führt zur Stagnation der Entwicklung. Andere Unternehmen und EntwicklerInnen sehen keine Chancen für innovative Produkte. Nur wenige Hersteller investieren in die kommerziell riskante Entwicklung.
2004   Bei abnehmender Entwicklungs-Kapazität und zunehmenden Sicherheits-Problemen beginnt Microsoft erstmals, Standards nicht zu torpedieren sondern zumindest teilweise zu unterstützen, darunter HTML, CSS, XML, XSL.
Alle anderen Hersteller haben bereits einen großen technischen Vorsprung. Daher wird es erstmals seit ca. 10 Jahren wieder leichter möglich, vollkommen kompatible HTML-Webseiten zu erstellen, die auf allen Betriebssystemen und mit allen Browsern laufen.
Der Browser Firefox (Gecko-Familie) erscheint nach langer Wartezeit und erreicht die höchste jemals registrierte Download-Rate innerhalb der ersten 24 Stunden.

Opera gewinnt einen Millionen-Rechtsstreit (gegen wen wurde nie bekannt gegeben, ist jedoch offensichtlich) und geht an die Börse.
2005   Der Opera Browser Version 8 ist erstmals als kostenfreie Freeware verfügbar. Die Unterstützung der Standards HTML, CSS, XML, XSL ist gut, aber noch nicht vollständig - ebenso wie bei allen anderen gängigen Browsern.
Opera unterstützt SVG-Objektgrafik, vorerst allerdings nur einige Kern-Funktionen.
Opera unterstützt als erster Browser die Sprach-Steuerung.
Mozilla bringt den Browser FireFox in der stark verbesserten Version 1.5 heraus.

Der Acid-2 Test wird veröffentlicht. Er soll helfen, Standards einzuhalten und die Entwicklung von Webs zu vereinfachen.

Der technisch führende Browser Safari (Apple) besteht als erster den Acid-2 Test.
2006   Das W3C startet die Entwicklung der HTML Version 5

Adobe hat sich mit seinem SVG-Plugin ausschließlich auf den M$IE-Browser verlassen, und kapituliert. Alle modernen Browser haben SVG-Grafik mittlerweile integriert.

Firefox bringt mit Version 2.0 einen sehr schnellen und sicheren Browser heraus und verbreitet sich rasch.
Opera bringt mit Version 9 einen schnellen und technisch fortschrittlichen Browser heraus und beherrscht den Acid-2 Test.

Der M$IE Browser erscheint in Version 7. Man hat etwas Facelifting betrieben und einige Fehler ausgebessert. Der Browser beherrscht als einziger noch immer kein SVG und hat zahlreiche Probleme mit dem CSS-Standard. Die Installation verlangt erstmals nach einer gültigen Windows-Version.
2007   Der bei Apple-AnwenderInnen beliebte Safari Browser erscheint auch in einer Windows-Version.  
2008   Google startet Chrome als eigenes Browser-Projekt zunächst nur für Windows-Systeme. Firefox erscheint in Version 3 und besteht den Acid-2 Test.

Der Acid-3 Test wird veröffentlicht: Schwerpunkt sind die interaktiven Fähigkeiten der Browser.
2009   Der Firefox Browser bricht mit Version 3.5 erstmals seit langen Jahren die Vorherrschaft von Microsoft.

Der Safari Browser besteht als erster den Acid-3 Test zu 100%, bald danach auch Opera mit Version 10 und Chrome mit Version 3, Firefox erreicht cs. 95%.

Der M$IE Browser erscheint in Version 8 mit geringen technischen Verbesserungen, beherrscht aber immerhin als letzter Browser den Acid-2 Test. M$IE-8 erfüllt beim Acid-3 Test nur ca. 20% der Anforderungen.
Der Browser-Markt kommt nach langer Zeit wieder in Bewegung: Neben dem führenden Firefox erreichen Safari (Apple), Opera, Chrome (Google), Camino (Apple), kleine aber zunehmende Anteile.
2010   Google bietet den Chrome Browser für alle gängigen Betriebssysteme an.

Opera bietet einen sehr schnellen Javascript-Interpreter.
Firefox kündigt für Version 4 mehr Geschwindigkeit, SVG-Animation und eigenen 64-Bit Versionen für alle Systeme an. Die β-Version erreicht 97% des Acid-3 Tests.

Microsoft kündigt für M$IE-9 einen fast 10fach schnelleren Javascript-Interpreter an und könnte damit wieder zur Geschwindigkeit aller anderen modernen Browser aufschließen.

Aktuelle HTML-Trends

Aktuelle Trends:

Die stürmische Phase der HTML-Entwicklung ist vorbei. Heute ist man bestrebt, die sich bietenden Chancen neuer Technologien optimal einzubinden. Das ist bis zu einem gewissen Grad sogar möglich, ohne die Details künftiger Entwicklungen zu kennen.

Die nächste HTML-Version 5 wird SVG-Objektgrafik, Audio- und Video-Medien besser einbinden. Das wird eine große Erleichterung für die EntwicklerInnen bringen, von den KonsumentInnen jedoch kaum bemerkt werden.

Wegen der enormen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung gibt es erste Versuche von Regierungen, die kaum regulierte Macht von großen IT-Unternehmen zu kontrollieren.
Dabei hat sich die Schwäche selbst von Regierungen wie der USA und der EU gegen wirtschaftliche Gewaltanwendung gezeigt.
Weiters zeigt sich, dass demokratisch organisierte Gesellschaften auf die rasche technische Entwicklung (und ihre teilweise kriminelle Nutzung) nur sehr langsam reagieren können.

Arbeitsteilung:

HTML wird auf seine Stärken reduziert, weniger lestungsfähige Teile werden an geeignete XML-Spezialisten abgegeben.

Mit HTML wird die Struktur einer Webseite am besten beschrieben, der Inhalt wird besser ausgelagert. Diese Trennung von Form und Inhalt erleichtert Übersicht, Organisation und Automatisierung.
Alle Elemente der Formatierung werden nach CSS ausgelagert. - Das funktioniert bereits jahrelang ausgezeichnet, wird jedoch erst von einer Minderheit der Internet-Webseiten wirklich genutzt.

Alle Elemente von 'Inhalt' bzw. 'Daten' werden besser nach XML ausgelagert. Die Formatierung von XML-Daten erfolgt mit CSS und mit XSL, einer darauf spezialisierten Programmiersprache der XML-Familie. Das funktioniert ausgezeichnet, wird jedoch noch wenig angewendet.
Die Einbettung von Objekten in HTML wird verbessert, insbesondere die Zusammenarbeit mit Mitgliedern der XML-Familie. So kann für jeden Zweck der optimale XML-Spezialist verwendet werden. XHTML ist eine etwas strengere, XML-gerechte Variante von HTML. Der Vorteil ist eine ideale Integration aller anderen XML-Mitglieder.
HTML-5 soll HTML und XHTML wieder zusammenführen. Das wird nicht einfach, denn HTML soll eher tolerant arbeiten, und XML funktioniert nur mit strikten Regeln gut und schnell.
Pixelgrafik: Der wichtigste moderne Standard für 'Bilder' ist PNG (Portable Network Graphics). PNG-Grafik ersetzt sowohl GIF als auch JPEG und wird von allen gängigen Grafik-Programmen und Browsern unterstützt. PNG ist ein offener Standard und daher lizenzfrei zu verwenden.
Seit Version>=7 ist immerhin sogar der M$IE Browser in der Lage, PNG-Bilder korrekt anzuzeigen.
Die Einbettung von Audio-Objekten in HTML ist denkbar schlecht gelöst, die Audio-Ausgabe mit CSS steht nur auf dem Papier. Der Leidensdruck der Anbieter und EntwicklerInnen ist mittlerweile sehr hoch geworden.

Hier dürfte mit HTML-5 ein Durchbruch gelingen: Die Einbettung von Audio-Objekten wird endlich standardisiert.
Die Einbettung von Objektgrafik ist derzeit zwar in der Mobil-Telefonie und theoretisch auch für Webseiten gut gelöst, jedoch in der Praxis noch wenig realisiert, weil man Rücksicht auf den technisch rückständigen M$IE Browser nehmen musste.
Jeder moderne Browser kann selbst eine (→ SVG)-Grafik aus den Rohdaten herstellen. SVG bietet auch wesentlich bessere Möglichkeiten zur Animation (Firefox ab >=4) als das betagte GIF-Daumenkino.
Die Einbettung von Video ist erst möglich, seit die Netzwerke die schnelle Übertragung großer Datenmengen erlauben. Video-Objekte breiten sich derzeit schneller aus als alle anderen.

Die standardisierte Einbettung von Video-Objekten ist dringend notwendig und in HTML-5 endlich vorgesehen.

HTCPCP - Hypertext Coffee Pot Control Protocol

Das Memo RFC 2324 (Hypertext Coffee Pot Control Protocol HTCPCP) mit dem bezeichnenden Datum 1.April 1998 wurde bisher noch nicht als Standard anerkannt, enthält jedoch einige richtungsweisende Ideen zur Erleichterung der Büro-Arbeit.
Ähnliche Ziele werden auch mit dem revolutionären Internet Toaster (RFC 2235) verfolgt.
Leider reagierte die Industrie noch nicht auf diesen weitsichtigen Vorschlag. Deshalb kann man handelsübliche Kaffeemaschinen noch immer nicht mit HTCPCP Befehlen steuern.
Immerhin liefert die Suche nach HTCPCP mittlerweile fast 30000 Treffer, z.B. bei Wikipedia.
Der auf Linux beliebte Text-Editor emacs hat das HTCPCP-Protokoll bereits implementiert. Man kann damit z.B. einen BREW-Request an seine Kaffemaschine senden - falls diese HTCPCP versteht. Angeblich wurden bereits Prototypen von HTCPCP-fähigen Kaffeemaschinen gebaut, Details dazu sind jedoch leider nicht bekannt.

Ausgewählte Links zum Thema 'HTML'

HTML-Homepage beim WorldWideWeb Consortium (W3C), HTML 4 (aktuell), HTML5 (kommend, W3Schools), XHTML 1 (→ XHTML) Wikipedia Wikipedia: SGML, HTML, XHTML, HTML-5, CSS, XML, XSL, SVG, Browser-Liste, Historische Übersicht
SelfHTML (de) ist die beste HTML-Referenz in deutscher Sprache. Zahlreiche gute Beispiele, Download.
Bloobery - HTML Element Tree und HTML Support History
Original Webseite von Netscape vom Oktober 1994 (als Kopie)
Browser: (alphabetisch)
Camino (Apple), Google Chrome, Epiphany (Linux), Firefox, IceWeasel (Debian-Linux), MS Internet Explorer (Windows), K-Meleon, Konqueror (Linux), OmniWeb (Apple), Safari (Apple), ...
Arachne: Browser für DOS-Systeme
Lynx: Text-Browser (z.B. zur automatischen Auswertung von Webseiten)

Web Standards Project (WASP)
Browser-Tests: Acid-1, Acid-2, Acid-3
Browser-Archiv (historische Versionen)
XHTML CSS