Kartenwerk ÖK200 - Bundesländer
UTM-Karten der Österr. Bundesländer 1:200.000
Die österreichische Karte ÖK50-UTM umfasst 191 Blätter im Maßstab 1:50000. Jede Karte bildet ein Gebiet (1/3°x1/5°) ab, das entspricht in der Realität einem Gebiet von ca. 25x22km.
Alle Karten ÖK50-UTM sind gleich groß, das Format ca. 50x44cm bewährt sich im Gelände ausgezeichnet.
Leider gibt es kein genau dazu passendes übergeordnetes Kartenwerk. Als Übersichts-Karten verwendet man am besten die Karten ÖK200.
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Verwandte Themen Österr. Karten, ÖK500, ÖK200, ÖK50, ÖK50-UTM, AV-Karten, BMN-System, UTM-System

ÖK200-UTM Bundesländer
ÖK200-UTM Bundesländer
Die Hauptstadt Wien ist ein eigenes Bundesland, jedoch innerhalb der Karte Niederösterreich enthalten. Alle Karten sind auf Grundlage des internationalen Standard-Erdmodells WGS84 hergestellt.

ÖK200-UTM  -  Systematik der Bundesländer-Karten 1:200000

Kartengröße:

Die Dimensionen sind je nach Größe des abgebildeten Bundeslands unterschiedlich, jedenfalls für den Gebrauch im Gelände viel zu groß.

Die realen Maße von Karten können nach den Algorithmen auf der Seite → Kartografie-Rechnungen berechnet werden.

Kapitel

Bundesländer:

Der starre Raster der 'alten' → ÖK200 machte es unwirtschaftlich, eigene Karten für Gebiete herzustellen, auf denen nur ein winziger Teil des Bundesgebiets abgebildet ist. Daher werden als Nachfolger leider nur mehr Karten der Bundesländer im Maßstab 1:200000 im → UTM-System hergestellt. Die Karten eignen sich gut als Dekoration, leider nur wenig zum praktischen Gebrauch.

Durch Aufgabe des Raster-Systems ist eine eindeutige Zuordnung der Detailkarten 1:50000 leider nicht mehr möglich. Man kann immerhin die passende Karte zu einem Geländepunkt aufsuchen, indem man jene Karte sucht, deren Mittelpunkt den geringsten → Abstand zum gesuchten Punkt hat.
Wegen der unregelmäßiger Form einiger Karten können deren Grenzen nicht mehr zur Berechnung verwendet werden.

Änderungen gegenüber den 'alten' Karten ÖK200:


Erdmodell und Projektion:
Die alten → ÖK200 (Erdmodell Bessel 1841, Gauß-Krüger (GK)-Projektion in 3°-Streifen) sind mit den UTM-Karten (Erdmodell WGS84, UTM-Projektion in 6°-Streifen) nicht kompatibel.
Sowohl 'alte' als auch UTM-Karten sind genau nach Himmelsrichtung (geografisch Nord) orientiert.
Österreich fällt bei UTM-Projektion auf die zwei Meridian-Streifen (UTM-Zonen) 32 und 33. Die Abbildungen der beiden Streifen passen an den Rändern nicht zusammen. Die Granze läuft durch Tirol (12° Länge, Inntal nahe Kundl) und ist leider auf der Tirol-Karte nicht hervorgehoben. Alle anderen Bundesländer fallen zum Glück in je eine einzige UTM-Zone.

Das Erdmodell WGS84 ist Internationaler Standard - Damit arbeiten alle GPS-Empfänger und jede einschlägige Software.
Wie jede GK-Projektion nimmt die Genauigkeit der Darstellung mit der Entfernung zum Zentral-Meridian ab. Die Abbildungs-Fehler sind nun zwar doppelt so groß wie bei den ÖK200 Karten, das wirkt sich jedoch beim normalen Gebrauch im Gelände kaum aus.
Kartengröße:
Die → ÖK200 liegen in einem handlichen Hochformat von ca. 374x557mm vor (kleine Unterschiede wegen der unterschiedlich langen Breitenkreise).
Der Versuch, ganze Bundesländer im Maßstab 1:200000 abzubilden, hat zu riesigen Formaten der UTM-Karten geführt. So messen z.B. die Bundesländer-UTM Karten für Niederösterreich und Steiermark mehr als 100x75cm. Das eignet sich für dekorative Wandkarten, ist jedoch im Gelände unbrauchbar.
Ich wünsche dem Verlangsleiter, dass er (sie?) einmal so eine Karte bei Wind und Regen verwenden muss.
Anordnung:
Die 'alten' → ÖK200 sind systematisch angeordnet, ihre Ränder entsprechen Meridianen bzw. Breitenkreisen.
Da (europäische) Länder nicht mit dem Reißbrett konstruiert wurden, sind die neuen Bundesländer-Karten unterschiedlich groß und überlagern einander an den Rändern.
Die Überlappung ist praktisch, da man an den Kartengrenzen weniger Kartenblätter benötigt.
Die unsystematische Anordnung macht leider einen erheblichen zusätzlichen Informatik-Aufwand nötig, um Orts-Daten mit den entsprechenden Karten zu verknüpfen. Man kann die beste Karte aus dem minimalen Abstand zwischen Ort und Karten-Zentrum ermitteln.
Die Karte von Tirol ist nicht auf ein Blatt gedruckt, sondern in 2 Teilen auf Vorder- und Rückseite. Die dadurch etwas kleinere Karte kann man zwar besser handhaben, die Orientierung oder das Visieren nahe den Kartengrenzen ist jedoch sehr mühsam.
Wer die Karte als Wandkarte benutzen will, muss 2 Stück davon kaufen.
Die Grenze der → UTM-Zonen 32 und 33 läuft entlang des Meridians 12° mitten durch die Karte Tirol (West). Diese wichtige Grenze ist nicht bezeichnet. Für UTM-Amateure ist es unklar, warum die roten UTM-Linien hier nicht parallel laufen, und warum die Beschriftungs-Zahlen einen Sprung von 720 auf 280 aufweisen.
Eine Teilung der Karte - wenn überhaupt - an dieser Grenze wäre wesentlich sinnvoller gewesen.
Die Bundesländer UTM-Karten sind offenbar auch dem Hersteller zu groß geworden: Daher ist z.B. von Niederösterreich die südöstliche Ecke abgeschnitten und als 'Insert' über jenen Teil der Karte gelegt, der sonst einen Teil des Burgenlands gezeigt hätte.
Das macht die Verwendung der Karte im betroffenen Gebiet sehr kompliziert, ein Visieren über die Gebietsgrenzen so gut wie unmöglich.
Der Lokal-Chauvinismus bietet die schlimmsten Überraschungen: So enthält z.B. die Karte von Kärnten einen 53x11cm (!) großen weißen Schandfleck. Das ganze Gebiet wird nicht gezeigt, weil es in Italien und Slowenien liegt !
Weder Straßen, Wege noch Visierlinien, - nicht einmal die EU - enden an den Landesgrenzen, nur die Bundesländer-Karte. Die weltoffenen Zeiten des k&k Militär-Geografischen Instituts sind offenbar vorbei.
Der Verlag preist die Bundesländer-Karten übrigens als 'benutzerfreundlich' an...
Raster:
Der aufgedruckte → UTM-Raster ist der größte (einzige?) Vorteil der Bundesländer UTM-Karten. Man kann mit einem Planzeiger (Folien-Lineal) direkt UTM-Koordinaten entnehmen, und mit einem GPS-Empfängere vergleichen. Das erlaubt in kurzer Zeit eine sehr genaue Orientierung.
Leider ist im Liefer-Umfang kein Planzeiger enthalten, auch nicht gegen Aufzahlung...

Tipp: Die Raster-Linien (ebenso wie die Längen- und Breitengrade) laufen nicht parallel zum Kartenrand !
Man darf nicht vom Kartenrand messen (bei dieser Kartengröße ohnehin nicht möglich), sondern nur von den UTM-Rasterlinien.