Österreichische Landkarten

Der lange Atem großer Tradition

Die amtlichen (offiziellen) Landkarten jedes Staates sind systematisch geordnet. Die jeweiligen Systeme sind historisch gewachsen und daher sehr unterschiedlich. Die österr. Karten (ÖK) sind durch die ausgezeichnete und lange Tradition des Militärgeographischen Instituts (MGI) bestimmt. Daneben wird ein modernes System auf UTM-Grundlage aufgebaut.
Kartografie Orientierung auf der Erdoberfläche
Übersicht Österreichische Karten - MGI, Bessel, Ferro, Triest
Erd-Modell Ellipsoid (Datum) zur Beschreibung der Erdoberfläche
Null-Meridian Ferro und Greenwich
Höhe Meereshöhe, Triest, Nachbarstaaten, GPS
BMN Das (überholte) österreichische Bundesmeldenetz
ÖK500 1 Gesamt-Karte 1:500000 (→ Details)
ÖK200 23 Übersichts-Karten 1:200000 (→ Details)
ÖK200-UTM 8-9 Karten der Bundesländer 1:200000 (→ Details)
Generalkarte Historisches Werk, 282 Karten 1:200000
ÖK50 213 Karten 1:50000 (→ Details)
ÖK50-UTM 191 UTM-Karten 1:50000 (→ Details) und Vergrößerungen ÖK25-UTM
AV-Karten 49 Karten des Alpenvereins 1:25000 (→ Details)
Verwandte Themen UTM-System, Ganzzahlen-Funktionen
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Übersicht   AT   Österreichische Karten

Produkte und Zielgruppen

In diesem Web werden vorwiegend professionelle Karten und Informatik-Werkzeuge zu ihrer optimalen Nutzung vorgestellt. Diese Karten sind (zumindest in Österreich) außerordentlich sorgfältig und präzise hergestellt. Sie zeigen eine Vielfalt an Details, erfordern jedoch zur Interpretation einige Kenntnisse und praktische Erfahrung.
Derart genaue Karten werden nur selten erneuert und zeigen daher fallweise ein veraltetes Bild. Das betrifft besonders Forstwege, Straßen, Neubau-Gebiete (Randzonen größerer Orte) und die letzten noch vorhandenen Gletscher.

Satelliten-Karten

sind eine interessante Ergänzung, kommen jedoch derzeit für die Anwendung im Gelände kaum in Frage. Die Qualität von Google-Earth ist sehr unterschiedlich: In dicht besiedelten Gebieten hervorragend, in den meisten ländlichen und alpinen Gebieten jedoch unbrauchbar.

Wanderkarten

In Shops werden meist stark vereinfachte 'Wanderkarten' der jeweiligen Region angeboten. Sie richten sich an Personen, die nur selten Karten verwenden. Die Karten bieten eine gute Übersicht, aber nur wenige Details. Zusätzlich sind oft praktische Daten enthalten wie z.B. Adressen, Tel-Nummern, Hinweise usw.
Diese Karten werden wegen der größeren Verbreitung häufig aktualisiert und stellen eine gute Ergänzung zu professionellen Karten dar.

Tipp: Koordinaten-Linien und andere Details kann man darauf mit Bleistift einzeichnen...

Straßenkarten
werden in diesem Web nicht vorgestellt.

Amtliche österr. Karten (ÖK)

Das Militärgeographische Institut (MGI) der k&k Monarchie war lange Zeit hindurch weltweit wissenschaftlich führend. Das Gebiet von Mittel- und Osteuropa wurde so genau vermessen und kartografiert, dass das verwendete System die Monarchie noch ein ganzes Jahrhundert ohne wesentliche Änderungen überdauert hat. Die k&k → Generalkarte (282 Blätter) erfasste Mittel- und Osteuropa.

Die alle österr. Karten älteren Datums (→ ÖK500, → ÖK200, → ÖK50) und zahlreiche Karten der k&k Nachfolge-Staaten sind nach dem 'alten' hier beschriebenen System auf Grundlage dieser → Generalkarte erstellt.
Daneben wurde ein modernes System auf Grundlage von → UTM aufgebaut (→ ÖK200-Bundesländer, → ÖK50-UTM). Es wird noch einige Jahre dauern, bis alle umlaufenden 'alten' ÖK durch neue UTM-ÖK ersetzt sind.

Die beiden Kartensysteme sind mit unterschiedlichen Grundlagen erstellt und daher nicht miteinander kompatibel. Für die praktische Anwendung ist das jedoch unerheblich, da man z.B. GPS zusammen mit alten und/oder neuen Karten verwenden kann.

Erd-Modell:

Ein Erd-Modell ist die mathematische Beschreibung der Form der Erdoberfläche als Rotations-Ellipsoid. Die im Detail unregelmäßige Form (Geoid) wird unterschiedlich beschrieben, meist durch Tabellen (lookup tables).
Die Mehrheit der bestehenden Österr.Karten ist nach dem alten, optimal passenden Modell von Bessel erstellt.
Alle neuen Kartenwerke verwenden das weniger gut passende, dafür aber globale Modell WGS84.
Details im Kapitel ↓ Erd-Modelle auf dieser Seite.

Null-Meridian:

Selbstverständlich verwenden alle Österr.Karten den weltweit gültigen Null-Meridian von Greenwich als Bezugslinie für die Angabe der geografischen Länge (Ost - West).
Der systematische Aufbau der älteren Kartenwerke ÖK200 und ÖK50 erfolgte jedoch zu einem Zeitpunkt, als Ferro in vielen Staaten als Null-Meridian verwendet wurde.
Details im Kapitel ↓ Null-Meridian auf dieser Seite.

Alte Karten-Werke:

Die amtliche österr. Karte → ÖK500 im Maßstab 1:500000 stellt das gesamte österr. Bundesgebiet auf einer einzigen Karte dar.
Das (alte) Kartenwerk → ÖK200 umfasst 23 Übersichts-Karten im Maßstab 1:200000. Jede Karte beschreibt ein Gebiet von ca. 75 x 111km. Diese Karten sind direkte Nachfolger der historischen → k&k Generalkarte.
Das (alte) Kartenwerk → ÖK50 umfasst 213 Detail- und Wander-Karten im Maßstab 1:50000. Jede Karte beschreibt ein Gebiet von ca. 19 x 28 km.

Alle 3 Kartenwerke ÖK500, ÖK200 und ÖK50 sind in verschiedenen Ausführungen und als digitale Karte (OnLine und auf CD) verfügbar. Die Karten werden offenbar nicht mehr aufgelegt und abverkauft. Ihre Qualität ist hervorragend. Sie liegen analog vor, d.h. als 'Bilder'.
Die Karten auf Papier sind genauer als die mit Scanner digitalisierten Versionen, diese bieten jedoch unschlagbare Vorteile in der Handhabung, wenn man einen PC benutzen kann.

Neue Karten-Werke

Im Handel ist nur mehr das neue amtliche Kartenwerk auf → UTM-Grundlage.
Das Kartenwerk der 9 österreichischen → Bundesländer 1:200000 umfasst 8 unsystematisch angeordnete Karten (Wien + Niederösterreich auf einer Karte) unterschiedlicher Größe.
Das Kartenwerk der Detail-Karten → ÖK50-UTM umfasst 191 systematisch angeordnete Detail- und Wanderkarten im Maßstab 1:50000. Jede Karte beschreibt ein Gebiet von ca. 25x22 km.

Die Karten des → Österr. Alpenvereins sind ebenfalls von ausgezeichneter Qualität, decken jedoch nur einen kleinen Teil von Österreich ab, dafür zusätzlich einige alpine Bereiche anderer Staaten.
AV-Karten sind oft überlappend ausgeführt. Das erleichtert sehr die Handhabung nahe an Karten-Grenzen.
AV-Karten sind in anderer Technik als ÖK-Karten hergestellt und ergänzen einander daher gegenseitig.

GPS-Waypoints

Die derzeit verfügbaren Sammlungen von Waypoints (GPS-Datenpunkten, Ortsmarken) sind meist für den Autoverkehr ausgelegt und im Gelände unbrauchbar.
Auch die integrierten GPS-Funktionen mancher Digital-Cameras sind lediglich Werbe-Gags: Man erhält keine Koordinaten und kann solche auch nicht (z.B. in EXIF-Daten der Bilder) speichern, sondern nur den Namen der nächsten größeren Stadt. Viel-Reisende erfahren so wenigstens nachträglich, wo sie waren...

Gute GPS-Karten enthalten zunehmend auch mehr Waypoints abseits der Autostraßen. Sie sind besser als private Amateur-Daten, aber offenbar nur eingekauft und nicht oder nur teilweise kontrolliert. Einige österr. Tourismus-Organisationen bemühen sich um die Erfassung besserer Daten (z.B. für Wanderwege).

Im Internet werden immer mehr Waypoint-Sammlungen für Wanderungen publiziert. Die Qualität ist allerdings sehr unterschiedlich. Vor der Verwendung im Gelände sollte man solche Daten unbedingt überprüfen.

Vorsicht bei Verwendung der zahlreichen privaten (nicht autorisierten und nicht überprüften) Ortsmarken von GoogleEarth mit teilweise haarsträubenden Fehlern. In Gebieten guter Auflösung liefern die Bilder (selbst gefundener Orte) jedoch ausgezeichnete Koordinaten.

Tipp: Zumindest wichtige Waypoints selbst suchen und in das GPS laden. In Österreich verwendet man dazu am besten die digitale Landkarte des BEV und/oder GoogleEarth.

Erd-Modell

Erd-Modell:

Ein Erd-Modell ist die mathematische Beschreibung der Form der Erdoberfläche. Die im Detail unregelmäßige Form (Geoid) kann unterschiedlich beschrieben werden.

Alle Kulturnationen erstellten Erd-Modelle, die für das eigene Staatsgebiet optimiert waren. Heute wird ein weltweit gültiges Erd-Modell verwendet.
Bessel - Quelle Wikipedia
Bessel 1841 (Hermannskogel, MGI)
Das in Österreich verwendete → Ellipsoid wurde 1841 von Friedrich Wilhelm Bessel berechnet. Das Bessel-Ellipsoid ist noch heute am besten an das österr. Gebiet angepasst, d.h. ergibt für das Gebiet des ehem. Österreich-Ungarn die geringsten Abweichungen. Das Modell ist u.a. unter verschiedenen Namen (Bessel 1841, Hermannskogel, MGI) in Verwendung.
Erdmodell 'Bessel 1841'
Radius am Äquatora = 6377397.1550m
Radius an den Polenb = 6356078.9628m
Abplattung1/f = 299.1528128
Gegenüber dem Standard-Modell WGS84 ist der Ursprung (Mittelpunkt) etwas verschoben:
(dx,dy,dz) = (596,87,473) m
Heute sind nationale Erdmodelle auslaufend, globale Modelle bevorzugt. Das World Geodetic System von 1984 ist gängiger internationaler Standard, z.B. für GPS und alle neu aufgelegten Karten.
Die → Umrechnung von Koordinaten auf andere Erdmodelle ist aufwändig.
Das heutige Standard-Modell:
Erdmodell 'WGS84'
Radius am Äquator a = 6378137.0000m
Radius an den Polenb = 6356752.31425m
Abplattung1/f = 298.257223563
Faustregel: Wenn sie 'alte' Karten (Bessel 1841) benutzen, aber nur mit 'neuer' Software (WGS84) rechnen können oder wollen, dann subtrahieren sie von den berechneten UTM-Werten Grad (Bessel) → UTM (WGS84) je 60m (Ost und Nord). Das ergibt für Österreich Abweichungen von 20-30m, ausreichend für die meisten realen Anwendungen und mit GPS im Gelände kaum merkbar.

Null-Meridian

Null-Meridian:

Die antike Welt war nur in einer Richtung eindeutig begrenzt, nämlich im Westen durch den Atlantik. Es war daher naheliegend, einen Ort an dieser Grenze als Nullpunkt für die Messung der geografischen Länge (West → Ost) zu verwenden.
Man wählte die winzige kanarische Insel Ferro (El Hierro) vor der afrikanischen Küste, etwas westlich von Teneriffa.

Im Osten der antiken Welt gab es keine eindeutige Grenze. Deshalb war es sinnvoll, die geografische Länge von West (Ferro) nach Ost anzugeben - Man erhält auf diese Weise positive Zahlen für die gesamte damals bekannte Welt.
Ferro (El Hierro) liegt auf Länge -18°0', Breite 27°43' vor der afrikanischen Küste und kann von Touristen mit dem Flugzeug oder mit einer Fähre besucht werden.

Ferro

Angeblich geht die Verwendung von Ferro bereits auf Ptolemäus (2.Jh v.u.Z.) zurück.
Erst viele Jahrhunderte später entstand der unselige Bedarf nach 'nationaler' Profilierung, leider auch in der Kartografie.
In der österreichisch-ungarischen Monarchie wurde Ferro als Null-Meridian verwendet. Die Koordinaten der historischen Generalkarte sind östl. Ferro angegeben. Lage und Namen der 'alten' Kartenblätter → ÖK200 wurden aus dieser Karte entnommen.

Im 17. Jahrhundert war man in Frankreich der Meinung, der 20. Längengrad östl. Ferro gehe 'genau' durch Paris. Man findet alte Karten, deren Gradnetz sowohl nach Ferro als auch (Maßzahlen der Länge um 20 Grad vermindert) nach Paris bezeichnet ist.
Auch in Wien konnte man mit Ferro gut leben: Man war der Meinung, der 34. Längengrad östl. Ferro gehe 'genau' durch Wien.

Heute ist diese Zahlenmystik überholt. Die Lage der mittlerweile viel genauer messbaren Meridiane zeigt keine genaue Übereinstimmung mit heutigen Städten, die selbst bereits Ausdehnungen von 20-30' Länge erreichen.

Greenwich:

Im 19. Jahrhundert waren zahlreiche nationale Null-Meridiane in Gebrauch. Immerhin wurde Ferro von relativ vielen Staaten der Welt verwendet und wäre heute die bessere Wahl.

Aus heutiger Sicht wäre ein Null-Meridian ideal, der durch unbewohntes Gebiet führt, z.B. durch den Atlantik oder noch besser identisch mit der Datum-Grenze durch den Pazifik.

Auf der Internationalen Meridian-Konferenz 1884 in Washington wurde jedoch Greenwich / London als weltweit anerkannter Null-Meridian festgelegt.

Diese Wahl entsprach der politischen Macht des British Empire und ist bis heute weltweit in Verwendung. Nur auf einigen amtlichen österr. Karten findet man bis heute Hinweise auf Ferro, allerdings sehr klein gedruckt am unteren Kartenrand.
Der Umrechnungs-Faktor (17°40') entspricht nicht genau der Lage von Ferro (lon=-18°)

Umrechnung der Längen-(lon)-Skala::
lon(Ferro) = lon(Greenwich) + 17°40'
lon(Greenwich) = lon(Ferro) - 17°40'
Der Bestand der 'alten' österr. Karten (ÖK200, ÖK50) ist zwar nach Ferro eingeteilt (Karten-Grenzen), Gradnetz und Beschriftung entsprechen jedoch ausnahmslos dem heutigen Null-Meridian Greenwich. Die neue österr. Karten-Generation nach UTM-System hat sich vollständig vom Null-Meridian bei Ferro gelöst.

Höhe

Die Meereshöhe aller österr. Karten (auch der neuen UTM-Karten) bezieht sich auf den 'Normalpegel Triest'. Alle (anderen) ans Meer grenzenden Staaten verwenden eigene Pegel zur Triangulierung, d.h. Messung und Festlegung von Höhenpunkten.
Erst die Satelliten-Technik machte es möglich, die Meereshöhe weltweit extrem genau zu messen und zu vergleichen. Daraus ergeben sich Pegel-Differenzen in der Größenordnung einiger Dezimeter. Bei der ZAMG sind Angaben zur Umrechnung der Normalpegel aller österreichischen Nachbarstaaten verfügbar.
Weit größer (einige 10m) sind die Differenzen auf Grund unterschiedlicher Erdmodelle: Auf einer Karte der Geoid-Höhen findet man alle jüngeren Gebirge der Erde (auch die Alpen) als Zone weiträumiger Aufwölbung.

Daher sind die meisten mit GPS/WGS84 gemessenen Höhen um 20-50m zu reduzieren. Darüber hinaus ist die Meßgenauigkeit von GPS in der Z-Richtung (Höhe) wesentlich geringer. Derartige Differenzen müssen bei Vermessungs-Arbeiten natürlich korrigiert werden, sie sind jedoch auch für den Gebrauch im Gelände zu groß:
Ein Barometrischer Höhenmesser ist zwar nicht so cool wie ein elektronischer, jedoch unerreicht verlässlich und genau. Man sollte ihn regelmäßig (z.B. 2mal täglich) an Punkten bekannter Höhe justieren.
Er funktioniert auch im dichten Wald, im Gebirge (Satelliten-'Schatten'), in Höhlen, bei Sturm und Schnee - und vor allem ohne Strom !
Darüber hinaus kann man ihn an Punkten bekannter Höhe als Barometer verwenden.

BMN - Das (überholte) österreichische Bundesmeldenetz

Das Rechnen mit Geografischen Kugel-Koordinaten (Länge, Breite) ist wegen der häufigen Umwandlungen Dezimalsystem ↔ Hexagesimalsystem umständlich, jedoch im globalen Maßstab (Flug- und Schiffsverkehr) unumgänglich. Im lokalen Maßstab (einige 10..100km) kann man jedoch ebene kartesischer Koordinaten (XY-Koordinaten) verwenden. Mit XY-Daten lässt sich viel einfacher und rascher rechnen.
Für Österreich wurde das Bundesmeldenetz (BMN) entwickelt. Es ist heute weitgehend durch das ebenfalls kartesische jedoch globale UTM-System (s.u.) abgelöst.
Die Projektion der 'alten' Karten ↓ ÖK200 und ↓ ÖK50 erfolgt in 3 verschiedenen Meridian-Streifen zu je 3° Breite. Die geringe Breite der Zonen ermöglicht Abbildungen mit minimaler Verzerrung. Die Verzerrung nimmt mit dem Abstand von jeweiligen Zentralmeridian zu.
Die Zonen-Namen M28, M31 und M34 stammen von ihrem Zentralmeridian (ZM) östl. ↑ Ferro.
BMN Länge östl. Ferro Länge östl. Greenwich dxdy
Zone WestZMOst WestZMOst in kmin km
M28 26°30'28°29°30' 8°50'10°20'11°50' +150-5000
M31 29°30'31°32°30' 11°50'13°20'14°50' +450-5000
M34 32°30'34°35°30' 14°50'16°20'17°50' +750-5000
Tabelle der BMN-Zonen: Name, westliche (linke) Grenze, Zentralmeridian, östliche (rechte) Grenze, falscher Ostwert (dx), falscher Nordwert (dy).
Das Bundesmeldenetz (BMN) ist ein System von XY-Koordinaten zur einfachen Ortsbestimmung.
Die Y-Koordinate (Hochwert) wird vom Äquator gemessen, die X-Koordinate (Rechtswert) vom Zentral-Meridian der Zone.
Damit 'handliche' und ausschließlich positive Zahlen entstehen, wird der Hochwert um einen konstanten Betrag (dy, false northing) verringert, der Rechtswert um konstante Beträge (dx, false easting) vergrößert.
Dieses System ermöglicht rasches und einfaches Messen und Rechnen mit XY-Koordinaten, allerdings nur dann, wenn die Daten aller verwendeten Orte in der gleichen Zone liegen.
Die Umrechnung von Daten in die Nachbar-Zone ist möglich, jedoch recht aufwändig.
Militärische Karten (ÖMK) enthalten zusätzlich einen Aufdruck im BMN-Raster. Es ist allerdings heute unhaltbar, einen so kleinen Staat wie Österreich in 3 verschiedene kartografische Zonen zu unterteilen, deren Daten nicht miteinander kompatibel sind.
Das → UTM-System als Nachfolger des BMN hat die gleichen Vorteile, jedoch wegen der verwendeten 6° breiten Streifen die doppelte Reichweite. Damit lassen sich alle Orte Österreichs mit XY-Koordinaten der UTM-Zone 33 darstellen. Die Gebiete der UTM-Zone 32 westl. 12° (Brixlegg, Wörgl in Tirol) lassen sich auf Zone 33 umrechnen.
Außerdem ist für den internationalen Standard UTM jede Software verwendbar, während der auslaufende nationale Standard BMN nur von wenigen Programmen unterstützt wird.
Das BMN-System wird hier trotzdem kurz skizziert, weil es das Verständnis für den Aufbau der 'alten' österr. Kartensysteme erleichtert.

ÖK500   (→ Details)

Die amtliche österr. Karte 1:500000 zeigt das gesamte österr. Staatsgebiet auf einem einzigen Blatt.
Der Maßstab und das Format (115x73cm) bestimmen die Verwendung als Wandkarte.
In der CD-Version ist diese Karte ebenfalls enthalten.
Die Karte enthält einen Raster und ein Ortsverzeichnis mit >5000 Namen. Damit lässt sich die Lage gesuchter Orte auch ohne Computer rasch feststellen.

Details zur Karte ÖK500 und zu Algorithmen bei der Verwendung des Rasters.

ÖK200 - Österreichische Übersichts-Karten 1:200000   (→ Details)

Die österreichische Karte ÖK200 umfasst 23 Blätter im Maßstab 1:200000. Jede Karte bildet ein Gebiet (1°x1°) ab, das entspricht in der Realität einem Gebiet von ca. 75x111km.
Alle Karten ÖK200 sind gleich groß, das Format ca. 38x55cm bewährt sich im Gelände ausgezeichnet. Die Karten sind in Grenzgebieten trotz ihres beachtlichen Alters den meisten ausländischen Karten überlegen.
Die Karten eignen sich zur Orientierung bei großer Sichtweite und zur Bewegung über einige 10km (z.B. Fahrrad).
Als Wanderkarten verwendet man besser → ÖK50, zur Ergänzung und Übersicht ist jedoch auch eine Karte 1:200000 gut geeignet.
Der systematische Aufbau ist ein großer Vorteil: Aus den Koordinaten eines Ortes lässt sich genau das zutreffende Kartenblatt angeben. Umgekehrt kann man aus dem systematischen Blatt-Namen die genaue Lage jeder Karte berechnen. Die Übersichtskarten ÖK200 passen genau zum Kartenwerk ÖK50, welches das Gebiet jeder Karte ÖK200 auf 16 Detail-Karten im Maßstab 1:50000 darstellt.
Das Kartenwerk ÖK200 wird leider in Zukunft eingestellt. Als Nachfolger dient das Kartenwerk → ÖK200-Bundesländer, ebenfalls in Maßstab 1:200000, jedoch nicht systematisch sondern lokal-chauvinistisch nach Bundesländern aufgebaut. Das Bundesländer-Kartenwerk ist nach dem modernen UTM-System aufgebaut, bietet aber aus anderen Gründen zahlreiche Nachteile gegenüber ÖK200. Details zum Kartenwerk ÖK200, Liste und Daten aller Karten, Algorithmen und Live-Beispielen.

ÖK200-UTM Bundesländer   (→ Details)

Die österreichische Karte ÖK200-UTM Bundesländer umfasst je nach Interpretation 8 oder 9 Blätter im Maßstab 1:200000.
Jede Karte bildet ein Bundesland ab. Das entspricht in der Realität unterschiedlich großen Gebieten mit Ausdehnungen zwischen 50 und 278 km in einer Richtung.
Daher sind alle Bundesländer-Karten unterschiedlich groß, die riesigen Formate mit bis zu 140cm Seitenlänge sind im Gelände kaum brauchbar.
Die Karten eignen sich vorwiegend als Wandschmuck für Fans der jeweiligen Bundesländer.
Zur Orientierung bei großer Sichtweite und zur Bewegung über einige 10km sind die 'alten' Karten → ÖK200 besser geeignet. Als Wanderkarten verwendet man besser → ÖK50 oder neue Ausgabe → ÖK50-UTM: Sie bieten mehr Details auf kurze Entfernungen.
Der unsystematische Aufbau erschwert die Berechnung der benötigten Karte aus den Koordinaten eines Ortes. Dafür verwendet man besser 'klassische' Übersichts-Karten → ÖK200.

UTM-Raster Ein Vorteil der Bundesländer-Karten ist der aufgedruckte → UTM-Raster. Er erlaubt den direkten Vergleich mit einem GPS-Gerät, sowie einfache Rechnungen (Entfernung, Richtung, ..) ohne technische Hilfsmittel, d.h. mit Bleistift und Papier.

Details zum Kartenwerk ÖK200-UTM Bundesländer, Liste und Daten aller Karten, Algorithmen und Live-Beispielen.
Aus unerfindlichen Gründen wurde dieses Kartenwerk mit einigen empfindlichen Nachteilen erstellt:
Von einigen Bundeslängern sind 'hervorstehende' Ecken abgeschnitten und als Insert an anderer Stelle eingesetzt.
Dafür sind 'Einbuchtungen' teilweise überhaupt nicht dagestellt, sondern enthalten große weiße Schandflecken, nur weil die Gebiete nicht zum betreffenden Bundesland gehören. Das ist nicht nur un-österreichisch, un-europäisch und lächerlich chauvinistisch, es vermindert auch den praktischen Wert im Gelände erheblich.
Die Karte von Tirol ist in zwei Teilen auf Vorder- und Rückseite einer Karte gedruckt. Als Wandkarte muss man sie daher doppelt kaufen.

Karten ÖK 50 - Klassische Wander- und Detailkarten   (→ Details)

Die österreichische Karte ÖK50 umfasst 213 Blätter im Maßstab 1:50000. Jede Karte bildet ein Gebiet (1/4°x1/4°) ab, das entspricht in der Realität einem Gebiet von ca. 19x28km.
Alle Karten ÖK50 sind gleich groß, das Format ca. 38x55cm bewährt sich im Gelände ausgezeichnet.
Die Karten eignen sich zur genauen Orientierung an Details der nahen Umgebung und zur Bewegung über wenige km (z.B. Wandern). Als Ergänzung und zur Orientierung bei großer Sichtweite sind Übersichts-Karten → ÖK200 und Satellitenbilder gut geeignet.
Der systematische Aufbau ist ein großer Vorteil: Aus den Koordinaten eines Ortes lässt sich genau das zutreffende Kartenblatt angeben. Umgekehrt kann man aus dem systematischen Blatt-Namen die genaue Lage jeder Karte berechnen. Alle Karten ÖK50 sind in der CD-Ausgabe enthalten. Je 16 Detail-Karten ÖK50 bilden das gleiche Gebiet ab wie eine einzige der genau dazu passenden Übersichtskarten → ÖK200 (im Maßstab 1:200000).
Der einzige Nachteil dieses ausgezeichneten Kartenwerks sind die veralteten technischen Grundlagen. Daher wird es derzeit durch das Kartenwerk → ÖK50-UTM ergänzt und leider auch ersetzt. Details zum Kartenwerk ÖK50, Liste und Daten aller Karten, Algorithmen und Live-Beispielen.
Dieses Kartenwerk gibt es auch als Vergrößerung. Die Karten im Maßstab 1:25000 sind leichter ablesbar, jedoch im Gelände viel zu groß. Die Karten 1:25000 sind lediglich Vergrößerungen, zeigen daher nicht mehr Details als ihre Stamm-Karten ÖK50.
Im Gegensatz dazu zeigen z.B. die → AV-Karten mehr Details.

ÖK50-UTM   (→ Details)

Die österreichische Karte ÖK50-UTM umfasst 191 Blätter im Maßstab 1:50000. Jede Karte bildet ein Gebiet (1/3° x 1/5°) ab, das entspricht in der Realität einem Gebiet von ca. 25 x 22km.
Alle Karten ÖK50-UTM sind gleich groß, das Format ca. 50x44cm bewährt sich im Gelände ausgezeichnet.
Die Karten eignen sich zur genauen Orientierung an Details der nahen Umgebung und zur Bewegung über wenige km (z.B. Wandern). Als Ergänzung und zur Orientierung bei großer Sichtweite sind Übersichts-Karten → ÖK200 und Satellitenbilder gut geeignet.
Der systematische Aufbau ist ein großer Vorteil: Aus den Koordinaten eines Ortes lässt sich genau das zutreffende Kartenblatt angeben. Umgekehrt kann man aus dem systematischen Blatt-Namen die genaue Lage jeder Karte berechnen. Leider gibt es derzeit kein übergeordnetes Kartenwerk. Als Übersichts-Karten verwendet man am besten Karten → ÖK200. Die neuen Bundesländer-Karten → ÖK200-UTM sind wenig praxis-tauglich.
Der Vorteil dieses Kartenwerks gegenüber den klassischen → ÖK50-Karten sind die modernen technischen Grundlagen. Insbesondere in Kombination mit GPS sind die UTM-Karten überlegen.
Dieses Kartenwerk ist mit modernen Karten global kompatibel, d.h. weltweit passend zu entsprechenden Karten anderer Länder und Hersteller.
Das Kartenwerk ist noch im Aufbau, d.h. es sind noch nicht alle Karten erhältlich. In der Übergangszeit verwenden sie an Stelle der fehlenden Karten das bewährte Kartenwerk → ÖK50.

Details zum Kartenwerk ÖK50-UTM, Liste und Daten aller Karten, Algorithmen und Live-Beispielen.
Dieses Kartenwerk gibt es auch als Vergrößerung. Die Karten im Maßstab 1:25000 sind leichter ablesbar, jedoch im Gelände viel zu groß. Die Karten 1:25000 sind lediglich Vergrößerungen, zeigen daher nicht mehr Details als ihre Stamm-Karten ÖK50-UTM.
Im Gegensatz dazu zeigen z.B. die → AV-Karten mehr Details.

AV-Karten

Die derzeit 49 Karten 1:25000 des Alpenvereins sind keine amtlichen Karten. Sie werden dennoch hier angeführt, weil sie in hervorragender Qualität erstellt sind und teilweise das gleiche Gebiet zeigen.

AV-Karten sind in anderer Technik hergestellt und zeigen besonders gut das Relief eines Gebietes. AV-Karten und ÖK ergänzen einander gut.

Vorsicht ist bei Gletscher-Gebieten angebracht, da sich die letzten Alpen-Gletscher derzeit jährlich um Dimensionen einiger 100m zurückziehen.
AV-Karten spiegeln die Ideologie des Vereins: Nicht jedes Gebirge der Alpenländer war einer AV-Karte würdig.
Die Größe der Karten ist unterschiedlich. Sie zeigen Gebiete von durchschnittlich 21 x 21 km und haben daher eine eher unpraktische Größe von ca. 84 x 86 cm. Einzelne Karten sind noch wesentlich größer.
AV-Karten überlappen einander teilweise. Das ist sehr praktisch, allerdings meist auf das Kernland Tirol beschränkt.
AV-Karten zeigen mehr Details als alle anderen gängigen Kartenwerke.
Alle AV-Karten sind auch als CD verfügbar. Details zum AV-Kartenwerk, Liste und Daten aller Karten.

Slowenische Karten TK50

Die slowenischen Karten TK50 entsprechen ungefähr den (anschließenden) österreichischen Karten ÖK50 und werden deshalb hier angeführt.

Erd-Modell:

Als Erdmodell wird 'Hermannskogel' verwendet, es sind sogar die Daten des verwendeten Ellipsoids aufgedruckt. Zur Angabe von UTM/WGS84-Koordinaten muss man daher das Erdmodell umrechnen (→ Datum-Transformation).

Raster:

Die slowenische Karte TK50 umfasst 64 Blätter im Maßstab 1:50000. Sie sind in einem Raster von 1/4° (15') Breite bzw. Länge von Greenwich angelegt und ähnlich der ÖK50 fortlaufend zeilenweise nummeriert. Es sind nur jene Karten ausgeführt, von denen ein Teil auf das slowenische Staatsgebiet fällt. Einige der nördlichsten Karten fallen ganz oder teilweise mit ÖK zusammen, allerdings sind die ÖK um 10' weiter westlich (bzw. 50' weiter östlich) angeordnet.

Tipp: Die betagte Karte → ÖK200 BMN 56 (46/14) 'Laibach' eignet sich gut als Übersichts-Karte für das nördliche Slowenien - besser als die meisten modernen Karten.

UTM:

Ganz Slowenien liegt im Gebiet der UTM-Zone 33. Die Koordinaten der Karten-Zentren für Zone 33 entsprechen daher der 'natürlichen' Zone und sind nur wenig verzerrt.

Namen:

Die Namen der Karten TK50 enthalten 2 verschiedene Teile:
Blatt-Nummer:
Jedes Blatt ist fortlaufend 1..64 nummeriert, Diese Zahl ist jedoch nur als Bestell-Nummer geeignet, da sie nicht systematisch vergeben ist.
Blatt-Name:
Jedes Blatt ist nach der größten darauf enthaltenen Ortschaft benannt.